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    <title>durchgehend geoeffnet (Tante Emma rechnet ab)</title>
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    <description>Tante Emma rechnet ab</description>
    <dc:publisher>Tante Emma rechnet ab</dc:publisher>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:date>2006-07-02T13:33:14Z</dc:date>
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    <title>durchgehend geoeffnet</title>
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  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2276186/">
    <title>Der Pollen-Willi</title>
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    <description>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emmas &lt;/a&gt;treuester Kunde ist wohl der ganz normale Wahnsinn. So erscheint er tagtäglich, mit nahezu stündlich wechselnden äußeren Erkennungsmerkmalen, in ihren kaloriengeschwängerten Hallen. &lt;br /&gt;
Mittlerweile hat sich &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;zwar an die Eigenarten vieler Kunden gewöhnt und wundert sich nur noch selten über so manch erstaunliches Einkaufsverhalten, doch wenn sie am Abend die wehen Füße in eine Schüssel mit prickelndem Latschenkieferwasser stellt, taucht in ihren Gedanken immer wieder ein Namenloser Irrer auf.&lt;br /&gt;
Namenlos, ja es ist wirklich so, dass die merkwürdigsten Kunden immer namenlos bleiben. &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;und ihre Kolleginnen sind ständig bemüht sich Nachnamen zu merken, um die Kundschaft auch ja standesgemäß begrüßen zu können. Das kommt prima an, denn nichts hört ein Kunde so gerne wie seinen eigenen Namen.  Das richtige Müller oder Schulze zum rechten Zeitpunkt, steigert den Umsatz um mindestens eine Kondensmilch oder gar eine Packung Spültaps mit Kristallklar-Formel.&lt;br /&gt;
Doch die etwas Kauzigen, die sich meist in leichter geistiger Schräglage befinden, scheinen in der Tat keinen Namen zu haben, oder verbergen ihn, weil er möglicherweise ebenso wunderlich ist, wie sie selbst.&lt;br /&gt;
So kommt es, dass Emma die Wunderlichen einfach selbst tauft. Dann schnippt sie unbemerkt etwas Weizengrieß auf die Schultern des Schrägen und murmelt in Gedanken:  Hiermit taufe ich dich Kraft meines Amtes auf den Namen XY. Ich werde dich trotz deines gefiederten Geistes, als guten Kunden schätzen und ehren und gelobe, nur an Sonn -und Feiertagen über deine Macke zu lachen.&lt;br /&gt;
Wenn Emma gerade keinen Weizengrieß zur Hand hat, tut es auch Polenta oder Roggenmehl. Irgendeine aufgeplatzte Tüte gibt es schließlich immer. &lt;br /&gt;
Bei Pollen-Willi ging die Sache beinahe schief, da Emma nur eine Tüte Haferflocken oder Buchstabennudeln zur Verfügung hatte. So schnippte sie hinter seinem Rücken vorsichtig mit einem kleinen p und einem abgebrochenen w, wobei das p ganz leicht sein linkes Ohr schrammte und sich in einer Falte von Willis Halstuch verfing.&lt;br /&gt;
Pollen-Willi, kommt einmal die Woche und seit einem guten Jahr kauft er jedes Mal drei Gläser Orangenblüten-Honig. Auch wenn er noch andere Sachen kauft - der Honig ist Standard. &lt;br /&gt;
Sind im Regal nur noch wenige Exemplare des süßen Klebers, wendet er sich besorgt an Emma: Sie bekommen schon wieder den Orangenblütenhonig? Es sind jetzt nur noch zwei im Regal.&lt;br /&gt;
Selbstverständlich, keine Sorge. Wir bekommen die Lieferung regelmäßig., beruhigt ihn Emma dann und ist immer sehr bemüht, dass Willis Regal gut gefüllt bleibt.&lt;br /&gt;
Pollen-Willi kommt meist mit einem alten klapprigen Fahrrad auf dessen Gepäckträger immer ein leerer Weinkarton fest verzurrt ist. Gibt der Karton nach einigen Wochen langsam den Geist auf und wird unstabil, muss Emma einen neuen parat haben. Willi besteht dabei immer auf ein und denselben. Es muss genau dieser Karton sein - ein Zwölferkarton Weißherbst. Auch wenn andere Kartons dasselbe Format haben und auf Willis Gepäckträger passen würden, lehnt er jede andere Schachtel kategorisch ab. Meist meldet er seinen Bedarf eines neuen schon ein oder zwei Besuche vorher an, damit Emma genügend Zeit hat, das begehrte Exemplar für Willi beiseite zu stellen.&lt;br /&gt;
Willi trägt auch bei zweiunddreißig Grad im Schatten ein weißes Sweatshirt mit langen Ärmeln und ein Halstuch. Dann sind seine wenigen Haare nass geschwitzt und sein Schnauzer tropft. Ab fünfunddreißig Grad, trägt er dann allerdings eine kurze Hose zum warmen Sweater und fühlt sich sichtlich wohler.&lt;br /&gt;
Gemüse steht neben dem obligatorischen Honig auch immer auf Willis Einkaufsliste. &lt;br /&gt;
Damit er seine Wahl treffen kann, folgt er jedoch immer dem selben Ritual. Er dreht und wendet jedes Teil mehrmals, schaut auf das Schild, welches an jeder Gemüsekiste steckt und den Kunden über Preis und Herkunft informiert, und stellt Emma immer die gleiche Frage: Woher kommt das hier?&lt;br /&gt;
Emma geht zu Willi und schaut gemeinsam mit ihm auf das Etikett und verkündet ihm das Herkunftsland. Dann greift er beherzt zu, geht zum nächsten Grünzeugs und startet seine Routine von Neuem.&lt;br /&gt;
Natürlich ist es für Kunden von Interesse ob ein Gurke in Italien, Spanien oder in der Pfalz das Licht der Welt erblickte, und so manch einer verwahrt sich verständlicher Weise gegen den Verzehr einer Tomate aus Holland, aber Willi hat noch niemals etwas auf Grund seiner Herkunft abgelehnt. Er stört sich nicht an französischem Salat oder Ägyptischen Salatkartoffeln, er will wahrscheinlich einfach nur wissen welche Sprache die Vitamine sprechen. Er würde selbst Karotten eines klingonischen Biobauern eine Chance geben. &lt;br /&gt;
Ja, Pollen-Willi ist weltoffen, ein kulinarischer Kosmopolit, auch wenn er sich vorwiegend von Orangeblütenhonig ernährt. Wie kann ein Mensch drei Pfund Honig in der Woche verzehren ohne dass er anfängt zu brummen oder überall kleben bleibt? Warum klebt Willi jedes Gemüseetikett aus der Wage sorgsam auf ein Stück Papier, faltet es klitzeklein und verstaut es in dem kleinsten Geldbeutel den Emma je gesehen hat?&lt;br /&gt;
Wenn Willi mit einem Schein bezahlt, dauert es oft mehrere Minuten bis der völlig entfaltet ist. Ordentlich und in exakt der gleichen Größe stecken mehrere Geldscheine in Willis Börschen. &lt;br /&gt;
Wohnt Pollen-Willi in einer winzigen Einzimmer-Wabe? Die hingebungsvolle Art, mit der er die Gemüseetiketten aufs Papier klebt, deutet auf jeden Fall darauf hin, dass er alles mag, das klebt und womöglich braucht er den Honig um seinen leeren Weinkarton aufs Fahrrad zu kleben.&lt;br /&gt;
Das sind Fragen, die für Emma wohl immer ungeklärt bleiben werden und das mag sie trotz aller Neugier sehr. Sie mag es, die Menschen so zu nehmen, wie sie sind, sich Geschichten um ihre Wunderlichkeiten zu spinnen und darüber zu schmunzeln. Das tut sie mit Pollen-Willi und Buttermelk-Betty, genauso wie mit Akrobat Schööön, Charly Brown, dem Herrn Seidenraupe, der Glutamat-Lotte und Frau Wühlmaus.&lt;br /&gt;
Aber das ist eine andere Geschichte</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Liebensw%C3%BCrdiges&quot;&gt;Liebenswürdiges&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-07-02T13:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2105974/">
    <title>Für Olli gibts kein Feierabend</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2105974/</link>
    <description>Es gibt Mütter, die ihren Kindern ein Ohr wegquatschen, noch bevor diese über einen Wortschatz verfügen, der es ihnen ermöglicht sich verbal zu wehren.&lt;br /&gt;
Dieses  Schicksal trifft auch den kleinen Olli, der gerade mal so groß ist, dass er seine neugierige Schnupfennase entlang der kühlen Metallkante von &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emmas &lt;/a&gt;Kassentisch ziehen kann, dass es aussieht, als wären dort fünfzehn Schnecken entlang gelaufen.&lt;br /&gt;
Mensch Olli, lass das doch. Komm her und putz dir die Nase.&lt;br /&gt;
Seine Mutter hat eine Stimme, deren Klang schwer zu beschreiben ist. Am ehesten trifft es wohl die Tonlage eines Esels, der mit seinem Gemächt am Weidezaun hängen blieb. Das eigentlich Schlimme daran ist aber, dass Olli´s Mutter die längsten Sätze der Welt sprechen kann. Und das ohne Punkt und Komma.  Außerdem beherrscht sie mit Sicherheit die Ohrenatmung.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;ist sich sicher, dass diese Frau der Grund für Ollis ständig volle Nase ist und sie kann ihn sogar verstehen.&lt;br /&gt;
Olli komm her nichts anfassen nur schauen ja so ist das fein ach Olli leg das weg lass das liegen das brauchen wir nicht schau mal Olli da sind die Nudeln magst du Nudelchen zum Abendbrot Olli oder magst du lieber was anderes? &lt;br /&gt;
Alles was Ollis Mutter macht erklärt sie ihm ganz genau. Dies geschieht natürlich in einer Lautstärke, die es allen Kunden ermöglicht an Ollis Schicksal teilzunehmen.&lt;br /&gt;
Schau Olli jetzt nimmt die Mama die Nudelchen und tut sie in den Wagen legen zu den anderen Sachen die da schon liegen zu der Butter und den Eiern ein Päckchen Nudelchen nehmen wir Olli Hörnchennudeln sind das die mag der Papa gerne Olli lass das nichts anfassen leg das wieder hin&lt;br /&gt;
Ollis einzige Chance sich Gehör zu verschaffen liegt darin, dass er lauter als seine Mutter ist und grundsätzlich das Gegenteil von dem tut was sie will.&lt;br /&gt;
Wenn sie Nudelchen anschauen will ist Olli eher nach Ölflaschenaufschrauben. &lt;br /&gt;
Am aller Liebsten geht er aber durch das Müsliregal. Dann streckt er den kurzen Arm aus, macht ihn ganz steif , geht zügig an allen Sorten vorbei und startet mit seinen Fingerchen seinen eigenen Domino-Day.&lt;br /&gt;
Während Emma das Geräusch der purzelnden Tüten und Schachteln schon erwartet hat, ist die Frau mit der Eselstimme völlig verdutzt und erstaunt wo sich ihr Kind rum treibt.&lt;br /&gt;
Olli? Ollliwäääär? Wo bist du denn schon wieder? Komm mal schnell her zu Mutti. Olli?&lt;br /&gt;
Doch der Filius läuft mit völlig apathischem Blick den Gang auf und ab und betrachtet sein Werk.&lt;br /&gt;
Mensch Olli was machst du den da ich hab dir doch gesagt du sollst nichts anfassen sag mal kannst du denn nicht hören was die Mutti dir sagt&lt;br /&gt;
Sie schnappt ihren Zwerg und steigt mit anhaltender Ermahnung über Ollis Fiasko. Wenigstens gibt sie darauf Acht, nicht auf die Müslitüten zu treten. &lt;br /&gt;
Emma folgt den Beiden unauffällig und beseitigt sämtliche Spuren sofort. Sie schraubt Deckel wieder zu, hebt Tüten und Päckchen auf, rückt Senfgläser zurecht und bringt Preisschilder wieder in waagerechte Position.&lt;br /&gt;
Irgendwann, wenn es Oliver endgültig zu langweilig wird, beginnt er damit lauthals zu verkünden, was er jetzt unbedingt haben muss.&lt;br /&gt;
Würstchen, ich will diese Würstchen!!!&lt;br /&gt;
Olli das sind Soyawürstchen ich glaube nicht dass du die essen magst&lt;br /&gt;
Dooooooch ich will aber&lt;br /&gt;
Olli du magst die Würstchen nicht komm die Mutti nimmt richtige Würstchen für dich mit&lt;br /&gt;
Neiiiiiiiin ich will aber diese, diese diese Würstchen essen. Sonst esse ich gar nichts mehr. Nie wieder.&lt;br /&gt;
Sie legt die Packung erst nach ausgiebiger Diskussion über Für und Wider endlich in den Wagen und steuert Richtung Kasse.&lt;br /&gt;
Emmas Nerven liegen blank und sie kann das Wort mit O nicht mehr hören. Dieser Name wird sie einmal mehr durch die Nacht begleiten.  Mindestens jedoch bis Frau Heinemann mit ihrem Sebastian kommt: Sebastian, leg das sofort wieder hin!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fürs Erste ist Emma jedoch froh, dass Olli und seine Mutter endlich an der Kasse angekommen sind. Ollis blaue Strickjacke hat mittlerweile doppelt so lange Ärmel als zu Anfang und die Spitzen seiner Gummistiefel quietschen schrill, als seine Mutti versucht ihn samt dem Einkaufswagen an die Kasse zu zerren. Er hängt brüllend unten am Wagen und versucht die Fahrt zu stoppen. &lt;br /&gt;
Ollliiiiwääääär hör jetzt auf mit dem Blödsinn komm jetzt hier her und gib endlich Ruhe&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ruhe, ja das wäre wohl genau das Richtige für Olli. Emma hat Mitleid mit dem kleinen Satansbraten und kann seine Reaktionen nur zu gut verstehen. Die Vorstellung, dass der arme Kerl den ganzen Tag zugelabert wird, treibt Emma einen Schauer über den Rücken.&lt;br /&gt;
Ich will zahlen!&lt;br /&gt;
Olli reißt seiner Mutter das Portemonnaie aus den Händen und schafft es natürlich, dass auf Anhieb sämtliche Münzen durch die Luft wirbeln.&lt;br /&gt;
Ach Olli schau jetzt hast du alles runter geworfen komm sammle das schön wieder auf sonst können wir doch nicht bezahlen ach Kind was machst du auch für Blödsinn hier schau und alle Leute müssen nun warten ach Olli.&lt;br /&gt;
Die Beiden tauchen vor Emmas Kasse unter und sammeln die Geldstücke wieder ein. Darauf folgt dann das Bezahlritual, auf das sich Olli  immer freut. &lt;br /&gt;
Das solch ein Vorgang natürlich etwas länger dauert versteht sich von selbst.&lt;br /&gt;
Ja Olli jetzt noch ein Fünf Cent Stück nein so ein braunes nicht das gelbe das ist ein Zehner schau so eins wie da schon liegt ja so eine Farbe genau gut machst du das&lt;br /&gt;
Olli besteht natürlich noch auf das Wechselgeld, das ihm Emma in die kleine Hand schlichten muss, damit er es überhaupt halten kann. Er grinst Emma unsicher an und wundert sich wohl, dass es Menschen gibt, die nicht mit ihm sprechen. Es scheint im zu gefallen und seine Augen leuchten, als er wie immer zum Schluss seine Nase über die Kante des Kassentisches zieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geschafft, denkt Emma, sprüht etwas Reinigungsmittel aufs  Band und wischt mit einem Papiertuch die Schneckenstrasse entlang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, ich habs mal wieder geschafft, aber der Olli, der hat noch lang nicht Feierabend.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Momentaufnahmen&quot;&gt;Momentaufnahmen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-06-01T20:56:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2093041/">
    <title>Der Laden brummt</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2093041/</link>
    <description>Heute hört die Ladenschelle nicht auf zu läuten und Emma rennt mit roten Bäckchen durch die Regale. Seit der Eröffnung gab es noch keinen vergleichbaren Ansturm.&lt;br /&gt;
Das hat Emma unter anderem einem freundlichen &lt;a href=&quot;http://www.taxi-blog.de/wordpress&quot;&gt;Taxifahrer &lt;/a&gt;aus Paderborn zu verdanken. Dieser Passagier-Dompteur hat für Emmas Blog die Werbetrommel gerührt.&lt;br /&gt;
BLOGFORWARDING- nennt sich das ganze und ist &lt;a href=&quot;http://www.webgreenhorn.com/blog/blog-it-forward/272/&quot;&gt;hier &lt;/a&gt;entstanden.&lt;br /&gt;
Eine nette Idee wie Emma findet und natürlich wird sie ihrer Verpflichtung nachkommen, wiederum 3 Blogs zu empfehlen.&lt;br /&gt;
Vorher möchte Emma aber die Gelegenheit nutzen, sich bei der mittlerweile mächtig angewachsenen treuen Kundschaft zu bedanken.&lt;br /&gt;
Noch vor kurzem hätte sie nie gedacht, dass irgend jemand daran Interesse hätte, ihre Geschichten zu lesen. Jeder Kommentar zeigt jedoch, dass es richtig war &quot;Durchgehend geöffnet&quot; ins Leben zu rufen.&lt;br /&gt;
Zur Zeit ist Emma leider mehr mit ihren schmerzenden Beinen beschäftigt und ihr Ischiasnerv hält auch nicht viel vom Bloggen. Um so mehr freut sie sich über den regelmäßigen Besuch ihrer geschätzten Kundschaft, auch wenn es manchmal etwas länger dauert, bis die Regale wieder gefüllt sind.&lt;br /&gt;
Sollten Sie also mal etwas länger an der Käsetheke stehen müssen bis sie an der Reihe sind- keine Sorge, Emma robbt irgendwo im Laden herum und ist auf dem Weg zu Ihnen ;-)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
hier also nun meine drei Empfehlungen, schauen sie vorbei, es wird sich lohnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. &lt;a href=&quot;http://eskortefragile.twoday.net/&quot;&gt;Eskorte fragile&lt;/a&gt; - Alles, nur nicht oberflächlich.&lt;br /&gt;
2. &lt;a href=&quot;http://www.habenichts.blog.de/&quot;&gt;Pension Habenichts &lt;/a&gt;- Eine prima Idee, die sehr schön umgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
3.&lt;a href=&quot;http://isleofskye.twoday.net/&quot;&gt; heart ot lothian&lt;/a&gt; - bisher unentdeckte gute Schreibe</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-30T19:03:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2073700/">
    <title>Miss Verständnis</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2073700/</link>
    <description>Es ist ein Mädchen! &lt;br /&gt;
Ein zuckersüßes, goldiges Mädchen, das schon nach kürzester Zeit den ersten großen Fehler begeht: Es lächelt freundlich.&lt;br /&gt;
Hinter dieser grandiosen Fähigkeit, der wohlgesinnten Kontaktaufnahme mit seiner Umwelt, verbirgt sich ein folgenschwerer Geburts-Defekt. Das &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma&lt;/a&gt;-Gen.&lt;br /&gt;
Die Tatsache allein wäre noch keine ernsthafte Bedrohung, doch wie so oft im Leben einer Frau, spielt das Schicksal eine bedeutende Rolle. Nämlich dann, wenn am vierten Geburtstag ein Kaufladen mit allem Pipapo, fertig aufgebaut im Kinderzimmer steht. &lt;br /&gt;
Noch erleuchtet Winnie the Pooh die ersten Kassiervorgänge, doch schon bald wird grelles Neonlicht die unschuldige Haut, freundlich aber fahl schimmernd, in den Dienst der Menschheit stellen.&lt;br /&gt;
Richtungweisend und gefährlich sind auch die folgenden Jahre, in denen oft exzessiv geübt wird, wie man mehr über die Bedürfnisse anderer Menschen erfährt.&lt;br /&gt;
Frag mal den Onkel Hubert ob er noch ein Stück Kuchen möchte und wie Tante Klara ihren Tee trinkt. Und wenn Hubert keinen Kuchen mehr möchte, bring ihm trotzdem noch ein Stück.&lt;br /&gt;
Begrüßungsrituale werden bis zum Erbrechen geprobt:&lt;br /&gt;
Sag schön Guten Tag und schau den Leuten dabei in die Augen, Kind.&lt;br /&gt;
Verabschiede dich ordentlich und vergesse nicht, dich zu bedanken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich ist das alles Blödsinn. Niemand wird mit einem solchen Gen geboren. Es handelt sich nur um grandiose Missverständnisse.&lt;br /&gt;
Ein Irrtum ist auch, dass Verkäuferinnen von Natur aus immer Kleingeld brauchen, alles was in den Regalen steht umsonst probieren dürfen und sich einen halben Monat von Produktproben ernähren können.&lt;br /&gt;
Täglich bringen Missverständnisse und Irrtümer Emma an den Rand der Verzweiflung.&lt;br /&gt;
Wie schmeckt denn der da? &lt;br /&gt;
Oh tut mir Leid, den hab ich noch nicht probiert, aber wir verkaufen den häufig.&lt;br /&gt;
Also sie müssen doch wissen wie der schmeckt, schließlich wollen sie das Zeugs doch verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Elend ist das manchmal. Da wird erwartet, dass sich &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;durch eine Produktpalette von mehreren Tausend Artikeln durchfrisst und hinterher auch noch weiß welche Brühe salziger schmeckt und ob die kurzen Nudeln bissfester sind als die langen. Außerdem erscheint es absolut logisch, dass Emma die ganze Nacht, nichts anderes tut als mit hundertfünfundneunzig verschiedenen Duschbädern zu duschen und sich jedes Wochenende mehrere Liter Bodylotion mit nach Hause nimmt, um zu testen bei welcher Sorte, Feinstrumpfhosen schwer übers Bein gleiten.&lt;br /&gt;
Selbstverständlich läuft nebenher die Waschmaschine, die gerade den Weichspülertest macht und durch die Kaffeemaschine blubbert ständig schwarze Brühe, die sensorisch geprüft und katalogisiert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um diesen Irrglauben auszurotten, veranstaltet Emma regelmäßig Verkostungen. Sollen die Leute doch selbst probieren und testen. Vielleicht merken sie dann, dass einem spätestens nach der zwölften Sorte vegetarischen Brotaufstrich, der Appetit gehörig vergeht.&lt;br /&gt;
Doch selbst bei einer solch reizend geplanten kostenlosen Probier-Häppchen-Orgie, bleibt der Kunde gedanklich auf dem falschen Pfad kleben.&lt;br /&gt;
Was Emma als Gelegenheit zum maßlosen Schlemmen und Testen anbietet, wird von Kunden meist als Attentat auf Körper und Geist gewertet. Da erklingen in bester Horrorszenenmanier,  Stimmen im Unterbewusstsein, die einen davor warnen von fremden Menschen etwas anzunehmen.&lt;br /&gt;
Da steht Emma nun freundlich lächelnd und erinnert sich an Onkel Hubert. &lt;br /&gt;
Jedem Kunden hält sie galant ein Tablett mit kleinen Schnittchen entgegen und ermuntert ihn zum hemmungslosen Kosten.&lt;br /&gt;
Doch alles was so bereitwillig feilgeboten wird, ist anscheinend mit Misstrauen zu bestrafen. Entweder wird Emma mit ihrem Angebot völlig ignoriert und dient dem Ausprobieren des Röntgenblickes, der durch sie hindurch fällt, als wäre sie der Schlitz eines Zigarettenautomaten oder ihr wird wild fuchtelnd mitgeteilt, dass man gerade vom Arzt kommt und gar nichts Essen darf. Andere beteuern, dass sie gerade ein Bonbon im Mund haben und die Brutalos unter Emmas Kunden sagen einfach beherzt: Nein!&lt;br /&gt;
Nur die Weicheier, denen man auch einen Doppelpack Klosteine für den Preis für drei verkaufen könnte, bekommt Emma dazu, sich ein lukullisches Schnittchen zu genehmigen.&lt;br /&gt;
Bald ist Emma entmutigt und stellt ihr Tablett noch voll beladen ab. Wer möchte am Abend schon gerne mit dem Gefühl nach Hause gehen, dass er hunderte unschuldige Menschen mit erpresserischen Methoden zum Kauf einer Bärlauchcreme genötigt hat? Wer reiht sich ohne Gewissensbisse in die Dynastie bekannter Nepper und Schlepper ein?&lt;br /&gt;
Nein, Emma will nicht als Sirene des Einzelhandels gebrandmarkt sein, die unschuldige Käuferseelen anlockt um sie zu meucheln.&lt;br /&gt;
Kaum entfernt sich Emma, um sich einer ehrenwerteren Arbeit zu widmen, schleichen die Magenkranken und Bonbonlutscher ums Tablett und stopfen sich voll, bis der Bärlauch aus den Ohren winkt. Jetzt nutzen sie die Gunst der Stunde und füllen Maul- und Hosentaschen.&lt;br /&gt;
Also nähert sich Emma nur noch um unauffällig neuen Nachschub zu deponieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt also an Emma. An ihrer Gegenwart. An dem Irrglauben, dass Verkäuferinnen Kunden mit dem bösen Blick ins Unheil stürzen können, wenn man ihnen aus der Hand frisst.&lt;br /&gt;
Alles Irrtümer, Missverständnisse und Aberglaube.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei fing alles so harmlos in einem Kinderzimmer an, als die kleine Emma aus Zeitungspapier kleine Tütchen rollte und Löwenzahn bündelte um ihre ersten großen Geschäfte zu machen.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Erlebniseinkauf&quot;&gt;Erlebniseinkauf&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-26T18:07:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2012419/">
    <title>Betagte Elstern</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/2012419/</link>
    <description>Sechs coole, luftgefüllte Turnschuhe, ein Pfund Styling-Gel, vier zugestopfte Ohren und drei Jeanshosen, deren Volumen sich kaum von dem einer Hüpfburg unterscheiden, bringen nahezu jede Verkäuferin in Habachtstellung.&lt;br /&gt;
Sobald das erste lässige Sswiffft aus den Breakdance-Reifen zischt, stehen die drei Kandidaten, die statistisch gesehen nur über eins Komma vier Hintern verfügen, unter Beobachtung. &lt;br /&gt;
Jetzt sind sämtliche Augenwinkel damit beschäftigt, jeden Move zu verfolgen. Selbst Kunden kommen nun ihrer angeblichen Bürgerpflicht nach und weisen &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;darauf hin, dass sich der Underground um die Alkopops tummelt. &lt;br /&gt;
Doch Emma hat die Erfahrung gemacht, dass die Gangsta mit erhöhter Talgproduktion und dem mehrstimmigen Lachen, meist harmlos sind. Schließlich beinhaltet ihr Warenangebot nicht gerade die begehrtesten Waren dieser Klientel.&lt;br /&gt;
Schaut sich &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;die Statistik des Warenschwundes genauer an, fehlen weitaus mehr Knoblauchkapseln als Kaugummis.&lt;br /&gt;
Da Exorzisten kaum zu Emmas Stammkunden zählen, lässt diese Tatsache nur folgenden Schluss zu:&lt;br /&gt;
Die grauen Panther. &lt;br /&gt;
Ja, auch wenn es verwerflich ist, diese Aussage zu treffen  es sind definitiv die Alten, die man als Verkäuferin im Auge behalten sollte.&lt;br /&gt;
Sicher ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass ein hoher Anteil an Rentnern genau zu den Stoßzeiten zum Einkaufen geht. Zwar hätten sie den ganzen Tag Zeit, aber es ist viel einfacher im Getümmel der Betriebsamkeit unter zu tauchen, um sich seine Ration blasenstärkende Kürbiskerne zu organisieren. &lt;br /&gt;
Respekt und Ehrfurcht wird von uns allen verlangt, wenn es um die hageren Gestalten mit brüchiger Stimme geht. Doch ihr kriminelles Potential steht dem eines Pubertierenden in nichts nach. Zumindest nicht was den Ladendiebstahl betrifft. &lt;br /&gt;
Gut, zugegeben, der Lord der Greise klemmt sich vielleicht seltener eine Gehhilfe mit cooler Outdoor-Bereifung und die neuste CD, Pavarotti feat. Mozart, steht auch nicht ganz oben in den Top-Ten, aber auch der senile Langfinger hat seine Bedürfnisse.&lt;br /&gt;
Wer diese Situation offen anspricht, ist schnell von der Gesellschaft geächtet. Es wird nicht darüber geredet und es gibt kaum etwas Unangenehmeres für eine Verkäuferin als eine fossile Kundin dabei zu beobachten, wie nach dem dritten Päckchen Brühwürfel eine Schachtel Weißdornkapseln, im Übergangsmantel verschwindet.&lt;br /&gt;
Der erste Gedanke ist der Verwirrtheit gewidmet, der zweite ist von unsagbarem Mitleid begleitet:&lt;br /&gt;
Die arme Omi. Sie weiß bestimmt nicht, dass sie schon Brühe eingesteckt hat und lebt vielleicht in dem Glauben, dass ihre Lebensmittel mit der Miete vom Konto abgebucht werden.&lt;br /&gt;
Die Hemmschwelle eine solche Kundin als diebische Elster zu entlarven ist enorm hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eigentlich gibt es überhaupt keine bessere Grundvoraussetzung, um straffrei der Beschaffungskriminalität zu frönen, als alt zu sein. &lt;br /&gt;
Spricht Emma Opa Kowalsky darauf an, dass sich in seiner Aktenmappe noch eine Dose Thunfisch und eine Flasche Bitterstern befinden, wird dieser weder kreidebleich noch puterrot. Er schaut sie mit trübem Blick hilflos an und brüllt ihr ein Häh? entgegen. Bereitwillig wird er ihr zitternd die Tasche öffnen und versichern, dass er gar keinen Thunfisch essen darf.&lt;br /&gt;
Die ominöse Ware wird zurück geräumt und auf eine Anzeige wird selbstverständlich verzichtet. Immerhin könnte sich eine Aufnahme der Personalien mit den ganzen Häh´s und Wer hat gebaut? über Stunden hin ziehen und Emma ist der Feierabend nun mal heilig.&lt;br /&gt;
Emma stellt sich oft die Frage, was ihre reifen Kunden mit der heißen Ware wohl machen. Wird da auf Teufel komm raus im St. Anna Stift die Rente, mit dem Verkauf von Herztonikum, aufgestockt? Wird da mit Haftpulver gedealt um die nächste Butterfahrt zu finanzieren? Vielleicht legt es der eine oder andere auch einfach darauf an in den Knast zu wandern, weil das Seniorenheim zu teuer ist.&lt;br /&gt;
Schreckliche Gedanken, die Emma überfallen.&lt;br /&gt;
All diese dezent in grau oder schwarz gehaltenen Trollis, die den  gebrechlichen Leutchen den Einkauf erleichtern, sind gerammelt voll mit Diebesgut. Die Altenheime sind eine gut getarnte Einrichtung des organisierten Verbrechens und die hautfarbenen Hörgeräte, Indiz für den Funkkontakt zu den Veteranen, die das Ablenkungsmanöver an der Kasse inszenieren.&lt;br /&gt;
Gehhilfen werden zu rasanten Fluchtwagen und Krückstöcke verhindern, wenn sie gut platziert werden, jede Verfolgungsjagd.&lt;br /&gt;
Nicht dass Sie jetzt denken Emma hätte was gegen ihre reife Kundschaft. Sie bereichern ihren Alltag mit Geschichten aus ihrem Leben, sie sind treue Kunden, denen Emma gerne immer weiterhilft und die sich mit selbstgebackenen Plätzchen dafür bedanken. Es sind Kunden, die regelmäßig erscheinen und Emma wissen lassen welcher Wochentag ist. Und immer wieder geschieht es, dass der wiederholte Blick auf die Uhr oder in den Kalender, vergeblich ist. Dann bleibt jede Woche der kleine Roggenlaib in der Brottheke liegen und Emma wird ihn nicht gleich abbestellen. &lt;br /&gt;
Auch das sind Kunden, die mit schlürfenden Schrittchen durch die Regale wandern, ihr Geld aus Briefkuverts ziehen und das Münzgeld nicht mehr greifen können. Da darf Emma dann beherzt ins fremde Portemonnaie greifen und ist sich bewusst wie viel Vertrauen das verlangt. Ein Vertrauen, das Emma grundsätzlich allen Kunden gegenüber hat. Zumindest so lange, bis sich die Hosentaschen der Zahnspangenfraktion ausbeulen und das Pfeifen der Hörgeräte nach Morsezeichen klingt.&lt;br /&gt;
Selbst an Langfingern nagt also der Zahn der Zeit. Und wenn sich auch das Beuteschema verändert, so bleiben doch die markanten Erkennungsmerkmale dieselben:&lt;br /&gt;
Stöpsel in den Ohren, bequeme Schuhe und zu viel Hose für zu wenig Hintern.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Liebensw%C3%BCrdiges&quot;&gt;Liebenswürdiges&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-15T21:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1945483/">
    <title>Im Märzen der Bauer</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1945483/</link>
    <description>Haben sie Äpfel aus neuer Ernte?&lt;br /&gt;
Ja, hier. Der Royal Gala ist ganz neu eingetroffen.&lt;br /&gt;
Wo kommt der her?&lt;br /&gt;
Chile.&lt;br /&gt;
Chile? Haben sie etwa keine deutschen Äpfel?&lt;br /&gt;
Schon, aber keine neue Ernte.&lt;br /&gt;
Und warum nicht?&lt;br /&gt;
Nun, es ist erst Anfang Mai.&lt;br /&gt;
Was hat denn das damit zu tun?&lt;br /&gt;
Die Apfelbäume beginnen gerade mal zu blühen.&lt;br /&gt;
Also ihr findet auch für alles ne Ausrede.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, Emma schiebt gerne alles auf das Wetter. Das hat sie schon Ende Januar gemacht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Woher ist der Kopfsalat?&lt;br /&gt;
Frankreich.&lt;br /&gt;
Aus Frankreich? Ne den will ich nicht.&lt;br /&gt;
Ist aber ne prima BIO-Qualität. Demeter - Anbau.&lt;br /&gt;
Ne, also den Franzosen trau ich nicht, womöglich ist der auch noch aus dem Gewächshaus.&lt;br /&gt;
Natürlich, bei den Temperaturen gibt es in Frankreich noch keinen Freilandsalat.&lt;br /&gt;
Und deutschen haben sie keinen?&lt;br /&gt;
Nur Kartoffel- oder Wurstsalat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da besitzen sie die Fähigkeit, ganze Ketten mehrfach ungesättigter Fettsäuren runter zu beten wie einen Rosenkranz, und sind dann total entsetzt wenn sie erfahren, dass Radieschen an Heilig Abend in einem beheizten Hochbeet das Krippenspiel verfolgen.&lt;br /&gt;
Die Erde ist eine Scheibe, Kinder bringt der Storch und Rosenkohl gedeiht in Netzen auf dem Feld. Außerdem wissen alle, dass Heidi Klum die fettfreien Gummibärchen erfunden hat.&lt;br /&gt;
Sie glauben einem, dass Nachtcreme müde macht und sie deshalb nicht am Tag verwendet werden soll. Rechtsdrehende Joghurtkulturen haben den Friedens-Walzer erfunden und Cholesterin ist eine Erfindung der NASA.&lt;br /&gt;
Aber wenn Emma sagt:&lt;br /&gt;
Meerrettich ist im Moment so teuer weil sämtliche Taucher streiken,&lt;br /&gt;
dann glaubt das kein Mensch.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Es+reicht&quot;&gt;Es reicht&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-10T18:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1933651/">
    <title>Vorsicht ätzend !</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1933651/</link>
    <description>Es gibt Tage an denen sich sämtliche Unarten der Menschheit unter einer alten Platane versammeln. &lt;br /&gt;
Selbst nach Jahrzehnten steht so ein Baum noch mickrig da und auch die verwegenste Promenadenmischung, verweigert hier das Wasserlassen.&lt;br /&gt;
Die Wolke aus purer Ignoranz und Flegelhaftigkeit zieht wie Blütenstaub die Straße entlang und sucht sich den nächsten Laden, wobei es keine Rolle spielt, ob dieser schon geöffnet hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind noch gute fünf Minuten bis &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emmas &lt;/a&gt;Pforten sich öffnen und hinter den Kulissen wird hektisch das große Ereignis vorbereitet.&lt;br /&gt;
Kunden gehen ja im Allgemeinen davon aus, dass die Minuten vor Ladenöffnung reine Schikane sind. Eigentlich sind Verkäuferinnen ja schon seit Stunden im Haus und stehen kichernd und Kaffe schlürfenden hinter der verdunkelten Theke und drehen den ersten Pfannkuchengesichtern eine lange Nase. Dienstleistende würden niemals, auch nur eine Sekunde, zu früh einen Laden öffnen, um einen pünktlichen Kunden zu empfangen. &lt;br /&gt;
Nein, wo denken sie hin? &lt;br /&gt;
Es ist die Macht der kleinen Frau, die den Schlüssel hat. Und der wird erst Schlag halb neun umgedreht. Aus Prinzip und Boshaftigkeit, versteht sich.&lt;br /&gt;
Die zwei Stunden vor Ladenöffnung ist eine Verkäuferin nur im Laden, um sich ordentlich zu schminken und die Fingernägel zu richten. Frisches Obst und Gemüse wächst ja bekanntlich während der Nacht nach und der klägliche Rest von ein zwei Milchflaschen und einem Laib Brot, ist ja schließlich schnell eingeräumt.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;kann Pfannkuchengesichter nicht ausstehen. Sie pressen ihre Visage so stark gegen die Scheibe der Eingangstür, dass sie nur noch schwer als menschliche Wesen zu identifizieren sind. So spähen sie in den dunklen Laden um etwas Lebendiges zu entdecken, das man noch vor dem ganzen Trubel etwas nerven kann. In den Wintermonaten, wenn es draußen noch dunkel ist, kann einen ein solcher Anblick zu Tode erstarren lassen. &lt;br /&gt;
Emma stellt grundsätzlich Rollwagen mit den leeren Kartons von innen an die Türen, damit eindeutig ersichtlich ist, dass es hier noch kein Reinkommen gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Laden ist noch dunkel, die Tür ist mit Kartons verrammelt und die Uhr schlägt noch nicht halb Neun.&lt;br /&gt;
Mit massivem Druck und enormer Kraft schiebt sich die Tür gerade so weit auf, dass ein schmaler, bebrillter Kopf gerade bis zu den Ohren durchpasst:&lt;br /&gt;
Haaaben sie schon geööffnet? kreischt es verdächtig biologisch durchs Ladendunkel. Es ist eine Müslikandidaten, die anscheinend noch weiß was Revolution heißt.&lt;br /&gt;
Nein, SIE haben geöffnet! Das ist Emma, die weiß wie man einen Putsch verhindert.&lt;br /&gt;
Bitte gedulden sie sich noch ein paar Minuten, wir sind gleich so weit.&lt;br /&gt;
Kein Problem. Ich dachte nur ich frag mal nach.&lt;br /&gt;
Ich dachte nur Was dachte die Spargelnixe? Dachte sie wir verbarrikadieren uns vor dem Pöbel und machen hier eine spirituelle Hanf-Session? &lt;br /&gt;
Die Tür fällt zurück ins Schloss und Emma kann sich das Kichern nicht verkneifen, als sich die Henna-Pracht zum einen Teil draußen, zum anderen Teil drinnen befindet.&lt;br /&gt;
Oh, Sorry, meine Haare.&lt;br /&gt;
Platanentage fangen genau so an und Emma holt noch einmal tief Luft, bevor die eigentliche Plage beginnt.&lt;br /&gt;
Wortlos treten Menschen ein, die mit den Worten Guten Morgen ein ernsthaftes Problem zu haben scheinen. Ja, manche sind sichtlich empört über diese plumpe Anmache:&lt;br /&gt;
Grüßen freundlich und am Ende knöpfen sie mir mein Geld ab.&lt;br /&gt;
Die sollen mal schön grüßen, dafür werden sie ja bezahlt. Ich nicht.&lt;br /&gt;
Wie Leuchtbänder ziehen solche und ähnliche Sätze, gut lesbar durch den Raum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie groß so ein Einkauf wird, weiß kein Mensch im Voraus. Das ist klar. Drum nimmt man vorsichtshalber ein kleines Körbchen anstatt den großen Wagen, für den man bei Emma nicht einmal einen Euro braucht. &lt;br /&gt;
Das elegante Gitter mit Tragegriff ist so herrlich unpraktisch und ständig im Weg wenn man ins Regal greifen will. Schließlich braucht man beide Hände um die es in den Cornflakes Tüten richtig krachen zu lassen. &lt;br /&gt;
Also stellt die liebenswerte Kundin das Körbchen einfach immer wieder ab. Logisch. &lt;br /&gt;
Damit es am Wegesrand nicht völlig undekorativ rum steht, stellt es die Frau mit Sinn fürs Wohnliche, unter Berücksichtigung aller Regeln des Feng Shui, mitten in den Weg.&lt;br /&gt;
Vorzugsweise am Anfang einer Regalreihe, damit kein Eindringling unbemerkt das Revier betreten kann.&lt;br /&gt;
Diese Methode wird sofort von den Anderen übernommen. Es scheint schick und einfach zickig und hipp zu sein, wenn man herablassend einen Stolpernden von oben bis unten anschauen kann und ein Pass halt auf du Trampel, gar nicht mehr aussprechen muss.&lt;br /&gt;
Entschuldigung, ich hab das hier wohl unpassend abgestellt, ist und bleibt ein absolutes Zeichen von Schwäche und wir tunlichst vermieden.&lt;br /&gt;
So kommt es an diesen Tagen vor, dass Emma wie ein Storch durch den Laden stapft. Wenn sie in guter Form ist, bleibt sie auch nur an jedem dritten, hoch stehenden Griff mit dem Fuß hängen und spürt nach einer Stunde auch keinen Schmerz mehr im Knöchelbereich.&lt;br /&gt;
Die absolute Krönung erfolgt dann an der Kasse. &lt;br /&gt;
Der völlig überladene Korb wird mit einem Blick der Verachtung aufs Band gewuchtet.&lt;br /&gt;
Ja, Kassen werden grundsätzlich aus Boshaftigkeit so hoch gebaut. Es soll dem Kunden richtig die Schweißperlen auf die Stirn treiben. Er soll überlegen ob er Reißen oder Stemmen soll. Und diese ganze fiese Sache hat die Verkäuferin, die bequem auf ihrem Stühlchen sitzt, unter Kontrolle:&lt;br /&gt;
Sie betätigt mit dem Fuß, unter der Kasse eine hydraulische Pumpe, die den Kassentisch immer noch ein Stückchen anhebt.&lt;br /&gt;
Diese Unverschämtheit wird bestraft, schließlich ist der Kunde König.&lt;br /&gt;
Ein halber Kubikmeter Ware lauert zusammen gestaucht hinter Gittern. &lt;br /&gt;
Und da lauert er. &lt;br /&gt;
Er wartet und lauert. &lt;br /&gt;
Noch immer wartet er.&lt;br /&gt;
Die Königin ist erschöpft und blickt auf den Korb.&lt;br /&gt;
Emma ist erstaunt und blickt auf den Korb.&lt;br /&gt;
Die Königin ist empört und blickt auf Emma.&lt;br /&gt;
Emma ist verwundert und blickt zur Königin auf und dann auf den Korb.&lt;br /&gt;
Die Königin verschränkt die Arme vor der stolzen Brust und blickt auf den Korb und dann auf Emma. &lt;br /&gt;
Vielleicht soll Emma den Inhalt einfach Schätzen, oder durch ihre Röntgenmaschine schleusen. Eventuell sollte sie jetzt sagen, dass das Körbchen heut aufs Haus geht und fragen ob sie es der Meisterin zum Gespann tragen soll.&lt;br /&gt;
Die Schlange an der Kasse wächst und wird heute ihrem Namen gerecht werden, indem sie gut beobachtet um anschließend den Ablauf der Prozedur, genauestens einzuhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Königin gewinnt:&lt;br /&gt;
Emma zupft und zerrt die Tütchen und Schächtelchen aus dem Körbchen. Vor Wut könnte sie die Königin, mindestens eine Stunde lang, nach Sonnenuntergang, in den adeligen Hintern treten. Doch da hätte die Gewerkschaft der Könige was einzuwenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist der Korb dann endlich ausgeräumt, kann Emma anfangen die Waren zu scannen.&lt;br /&gt;
Dieser Vorgang wird von der Königin genau überwacht, was es ihr natürlich nicht möglich macht, bereits registrierte Ware einzupacken oder ans Ende der Kasse zu schieben.&lt;br /&gt;
Nein, da bleiben Majestät eisern. Die adelige Position wird nicht verändert.&lt;br /&gt;
Für Emma ist es ein heikler Moment der Dame vorsichtig beizubringen, dass sie für die Schätze, die sie eben eingesammelt hat, Golddukaten aus ihrem Beutel zaubern muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist absolut erstaunlich wie irritiert Kunden sein können, wenn sie erfahren, dass das alles richtiges Geld kostet. Dann fällt ihnen ein, dass sie mal über ein Portemonnaie verfügt haben. Aber wo ist dieses Teil, war es aus Leder oder war es doch der kleine schwarze Koffer?&lt;br /&gt;
Es kann verdammt lang dauern, bis diese Gedankeschleife zu Ende gedacht ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zögerlich bezahlt Madame und schaut völlig ratlos auf den Haufen Waren vor sich.&lt;br /&gt;
Hätten sie vielleicht `ne Tüüüte?&lt;br /&gt;
Ja, Platanen-Königin. &lt;b&gt;ICH&lt;/b&gt; hab ´ne Tüte. Ich habe sogar ganz viele Tüten. Sie etwa nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wird Emma am letzten Platanentag vor ihrem Ruhestand sagen. &lt;br /&gt;
Nein, sie wird es zwitschern, sie wird es laut singen und dazu ihren Namen tanzen.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Es+reicht&quot;&gt;Es reicht&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-08T16:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1927215/">
    <title>Organisiertes Suppenattentat</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1927215/</link>
    <description>So manch eine Gemüsesorte trägt einen Namen, der eher kurios als appetitlich klingt.&lt;br /&gt;
Putzig und fast kosenamentauglich wäre da das Navet  Rübchen: ein kleiner violettwangiger Freund der etwas plumperen Steckrübe. &lt;br /&gt;
Sieglinde ist wohl die bekannteste aller Kartoffeln und trifft sich gerne mit dem Stuttgarter Riesen in einer großen Schüssel Erdäpfelsalat. &lt;br /&gt;
Als &lt;a href=&quot;httphttp://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/://&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;mit dem Verkauf von Gemüse noch nicht so vertraut war, irritierte sie so mancher Wortwechsel, bei dem sie schon mal überlegte, ob sie entrüstet ein Hausverbot aussprechen soll:&lt;br /&gt;
Pastinake?&lt;br /&gt;
Nein, ich spreche nur Deutsch und Englisch.&lt;br /&gt;
Hammelmöhre.&lt;br /&gt;
Das find ich jetzt aber nicht nett.&lt;br /&gt;
Der wortkarge Kunde entpuppte sich dann zum Glück als ein Liebhaber aromatischen Wurzelgemüses und bekam natürlich was er forderte.&lt;br /&gt;
So war es also höchste Zeit für &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;sich in Sachen Gemüse und ihren Bezeichnungen weiter zu bilden. &lt;br /&gt;
Nach eingehender Warenkunde war sie dann auch nicht mehr empört, wenn sich jemand danach erkundigte ob sie Physalis hat.&lt;br /&gt;
Sie lernte Ugli, den Hässlichen kennen, der sich als wohlschmeckender Apfel zeigte, erfuhr, dass Topinambur nichts mit Musik zu tun hatte und dass ein Hokkaido alles andere als gefährlich ist.&lt;br /&gt;
Doch nicht nur Emma verstrickte sich zeitweise im Gewirr der abenteuerlichen Obst- und Gemüsenamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haben sie nur so große Hokkaido-Kürbisse?&lt;br /&gt;
Eine schicke Dame stand vor einem Berg herrlich orange leuchtenden Kürbissen, die Emma aufgetürmt hatte, als erwarte sie Münchhausen zu einer seiner großen Taten. Sie war stolz auf die Prachtexemplare, die jeden Medizinball vor Neid hätte erblassen lassen.&lt;br /&gt;
Ja, im Moment haben wir nur die schönen Großen hier.&lt;br /&gt;
Schade, ich bräuchte ein paar ganz kleine, so faustgroße.&lt;br /&gt;
Ach, ich verstehe. Sie möchten Kürbissuppe machen und die kleinen als Suppentassen verwenden.&lt;br /&gt;
Ja genau, wir bekommen  am Wochenende Besuch und da möchte ich gerne etwas Besonderes.&lt;br /&gt;
Eine schöne Idee. Ich kann ihnen bis Freitag aber gerne ein Dutzend kleinere Hokkaidos besorgen.&lt;br /&gt;
Das wäre nett. Kann ich mich darauf verlassen?&lt;br /&gt;
Selbstverständlich, kein Problem.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emma bestellte für die Kundin faustgroße Hokkaidos und hoffte den ganzen Freitag, dass die Kundin ihre Kürbisse auch abholt. Immerhin scheint es weit verbreitet zu  sein, dass Menschen an einer momentan akuten Artikelnot leiden, die nur durch eine Extrabestellung geheilt werden kann. Allerdings verschwindet dieser Zustand meist schon nach Verlassen des Ladens.&lt;br /&gt;
Emma sah sich schon dabei, wie sie zwölf Kürbisse aushöhlt. Sie könnte die Weihnachtsbeleuchtung aus dem Keller holen und eine Bio-Lichterkette basteln um gegen Genfood zu demonstrieren. &lt;br /&gt;
Ein Herr in dunklem Anzug, riss mit etwas zu viel Schwung die Ladentür auf und blieb im Eingangsbereich stehen. Er wirkte irritiert und hatte wohl schon lange kein Lebensmittelgeschäft mehr von innen gesehen. &lt;br /&gt;
Orientierungslos blickte er sich um, während er breitbeinig da stand und seinen mächtigen Schlüsselbund hin und her schlenkerte. &lt;br /&gt;
Männer mit großen Autos tun das häufig. Es gibt ihnen in unsicheren Gefilden die Chance auf Aufmerksamkeit. Sie könnten nach dem Betreten des Geschäftes auch laut brüllen:&lt;br /&gt;
Ich fahre  hier den dicksten Wagen, also bin auch ich der Erste, der hier bedient wird.&lt;br /&gt;
Emma hatte seinen stummen Ruf vernommen und kümmerte sich gleich um den Nobelkutscher, bevor dieser sich mit dem Schlüsselbund noch verletzte.&lt;br /&gt;
Guten Tag, was kann ich für sie tun?&lt;br /&gt;
Emma versuchte dem Herrn das Gefühl zu geben, er befände sich in einem Autohaus und hätte ihm am liebsten gleich eine Probefahrt mit einem Einkaufswagen angeboten.&lt;br /&gt;
Der Kunde schaute misstrauisch nach rechts und links, als wäre es ihm wichtig, dass niemand hört was er zu sagen hatte.&lt;br /&gt;
Ähhm räusperte er sich und warf den Schlüsselbund etwas in die Höhe um ihn gekonnt, mit einem lauten Schnapp in seiner Hand verschwinden zu lassen.&lt;br /&gt;
Noch einmal schaute er wie ein Agent in geheimer Mission über die Schulter.&lt;br /&gt;
Ja, ich möchte die Al Kaidas abholen.&lt;br /&gt;
Ein Ruck ging durch Emma. Jetzt nur nicht lachen, dachte sie. &lt;br /&gt;
Dieser James Bond würde weder das ertragen, noch das Berichtigen seiner Gemüsebezeichnung.&lt;br /&gt;
Emmas Gesicht war nun genauso ernst, wie das des Agenten in geheimer Kürbismission.&lt;br /&gt;
Verstehe. Das Dutzend. Ihre Frau war hier.&lt;br /&gt;
Ja, genau. Ich hatte einen Termin hier in der Nähe, deshalb komme ich um die Al Kaidas zu holen.&lt;br /&gt;
Agenten wie dieser, betonen grundsätzlich, dass sie rein zufällig in der Nähe waren und sonst gar nichts mit Einkaufen am Hut haben. Sie fürchten sich regelrecht vor diesem Missverständnis. Emma zeigte sich verständnisvoll und bemühte sich sehr die Angelegenheit so dezent wie möglich über die Bühne zu bringen. &lt;br /&gt;
Folgen sie mir unauffällig.&lt;br /&gt;
Emma hatte große Mühe nicht zu lachen und hoffte, James Bond würde den Namen der Kürbisse nicht mehr erwähnen.&lt;br /&gt;
Sie ging mit ihm Richtung Lager und übergab ihm einen Karton. Sie hob den Deckel und deutete auf die zwölf kleinen Hokkaidos:&lt;br /&gt;
Das sind sie.&lt;br /&gt;
So klein?&lt;br /&gt;
Ihre Frau wollte die kleinen.&lt;br /&gt;
Ne, die sind ja winzig. Haben sie keine größeren?&lt;br /&gt;
Doch ich hab riesige, aber ihre Frau hatte&lt;br /&gt;
Wo sind die großen?&lt;br /&gt;
Emma deutete nach vorne zur Gemüseabteilung und folgte James Bond, der mit großen Schritten auf die Münchhausen-Pyramide zusteuerte.&lt;br /&gt;
Ja, das sind Al Kaidas, strahlte er nun, als hätte er neue Winterreifen entdeckt.&lt;br /&gt;
Da nehm ich noch vier Stück davon, die Dinger hier sind ja ein Witz. Verächtlich blickte er auf den Karton, den ihm Emma abgenommen hatte, damit er sich den großen Kürbissen widmen konnte.&lt;br /&gt;
Ha, da wird meine Frau staunen, wenn sie die sieht.&lt;br /&gt;
Aber ihre Frau wollte.&lt;br /&gt;
Ach was, die hier sind viel besser.&lt;br /&gt;
Ihre Frau hat die kleinen doch extra bestellt.&lt;br /&gt;
Nun zeigte er sich als Mann von Welt, als Kenner der Szene, einfach als prima Typ und nahm, ohne sich nach dem Preis zu erkundigen die Kleinen und die Großen. &lt;br /&gt;
Der Suppen-Agent trug stolz die größten Hokkaidos davon, die Emma je hatte.&lt;br /&gt;
Was ein anständiges Mannsbild ist, kennt sich mit Al Kaida eben aus.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Liebensw%C3%BCrdiges&quot;&gt;Liebenswürdiges&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-05-07T09:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1896405/">
    <title>Otto ist der Beste</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1896405/</link>
    <description>Ach &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma&lt;/a&gt;, sei nicht so eitel. Das geht gut so, lass halt einen Knopf auf.&lt;br /&gt;
Eitel? Ich bin nicht eitel aber ich seh aus wie das Michelinmännchen. Wenn es heut nicht so kalt wäre könnte ich den dicken Pullover ausziehen aber mit Nichts drunter sitz ich in einer Stunde als Ötzi an der Kasse.&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;hatte ihren Kittel vergessen und musste den einer unterentwickelten Kollegin tragen. Es ist nämlich untersagt ohne sauberen, weißen, bis nach oben zugeknöpften Mantel zu arbeiten. Schließlich muss man für den Kunden eindeutig erkennbar sein. Dabei darf natürlich das Namensschild mit Firmenlogo nicht fehlen. Trotz aller Uniformierung kommt es nicht selten vor, dass sich Kunden Emma vorsichtig nähern:&lt;br /&gt;
Entschuldigung, gehören sie hier her, sind sie vom Haus?&lt;br /&gt;
Emma fragt sich oft, sie albern sie sich noch verkleiden müsste, um auch für den kurzsichtigsten Kunden eindeutig erkennbar zu sein. &lt;br /&gt;
Nein, nein. Ich bin Doktor Oetker persönlich und habe hier heute eine Quarkstrudelsprechstunde.&lt;br /&gt;
Ehrlich?&lt;br /&gt;
Nein, das war nur ein kleiner Scherz, das Logo für das Namensschild hat mir mein Neffe aus der Werbung ausgeschnitten und das weiße Mäntelchen trage ich, um völlig unbehelligt an der Kasse vorbei zum Ausgang zu gelangen.&lt;br /&gt;
Nach einer kleinen Überlegungspause lachte die Kundin:&lt;br /&gt;
Mein Gott, das war wirklich eine dämliche Frage. Sie machen schon was mit, mit ihrer Kundschaft.&lt;br /&gt;
Emma winkte ab und hütete sich davor aus dem Nähkästchen zu plaudern auch wenn die Kundin plötzlich sehr interessiert schien.&lt;br /&gt;
Falls sie noch irgendwelche Fragen zum Quarkstrudel haben, sie finden mich an der Kasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Emma ist es das Schönste, auf Kunden mit Humor zu treffen und so manchen hat sie schon für sich und ein herzhaftes Lachen gewinnen können. Andere hingegen sind absolut resistent gegen Zwerchfellkitzler und betrachten das Einkaufen wohl als sehr ernste Angelegenheit bei der nicht gelacht werden darf. Jeder Handgriff scheint wohl überlegt und das geringste Abweichen vom Einkaufszettel wird zu einem schwerwiegenden Problem.&lt;br /&gt;
Die meisten sind aber geborene Praktiker und erledigen den Einkauf quasi nebenbei. In Gedanken sind sie bei der Arbeit oder schon zu Hause und wenn man was vergisst, wird halt improvisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emma zupfte ständig an den Ärmeln des viel zu kleinen Kittels in der Hoffnung, das Material wäre gnädig und würde sich mit der Zeit noch etwas dehnen. Die gestärkte Baumwolle war jedoch zu keinem Kompromiss bereit und schnürte Emmas Blutzufuhr empfindlich ab. Bei jedem Griff nach einem Artikel, der übers Band glitt, erwartete sie gespannt den erlösenden Ratsch zwischen den Schulterblättern.&lt;br /&gt;
Der kalte Wind spielte mit der Eingangstür und lockte Emmas Blick immer wieder an, um ihn freundlich zu begrüßen.&lt;br /&gt;
Eine junge Frau machte sich das selbsttätige Öffnen der Tür gerne zu nutzen und huschte, mit dem Handy am Ohr und einer Babytragebox in der Armbeuge, in den Laden. Emmas Grüß Gott plumpste zum hundertsten Mal an diesem Tag in den Schirmständer neben der Tür. Sie war sich sicher, dass kein Schirmständer der Welt so viel Ansprache hatte wie dieser verbeulte Blech-Otto, der bei schönem Wetter auf dem Kopf stand, damit er nicht als Abfalleimer missbraucht wird. Doch neben benutzten Papiertaschentüchern und anderen Ekligkeiten, fing Otto Blech so manches Auf Wiedersehen auf, dass Emma vergeblich einem Kunden schenken wollte. Seine Beulen gaben ihm Persönlichkeit und Emma war irgendwie davon überzeugt, dass er sie versteht. Er hatte was von Wilson und Emma fühlte sich so manches Mal wie Tom Hanks in Verschollen.&lt;br /&gt;
Die Junge Mutter stellte die eiförmige Hosenscheißergondel neben Otto ab:&lt;br /&gt;
Jürgen, das ist mir egal, du musst selbst schauen wie du zu Recht kommst, ich kann das nicht auch noch erledigen, ich hab wirklich genug um die Ohren.&lt;br /&gt;
Sie eilte hektisch durch die Regale und klemmte sich verschiedene Artikel unter die Arme während sie laut telefonierte. Es war offenbar ein Gespräch mit einem Kollegen, der partout nicht kapierte, dass die frisch gebackene Mutter weder Zeit noch Energie übrig hatte, um sich ums Geschäft zu kümmern.&lt;br /&gt;
Der kleine Zwerg betrachtete geduldig Ottos Beulen und schmatzte laut an seinem Schnuller, der sicher ein Drittel des kleinen Gesichtchens verdeckte. Der Wind schob immer wieder die Tür auf und Otto war sichtlich bemüht dem kleinen Schutz zu bieten.&lt;br /&gt;
Emma schaute besorgt auf das Kleine und war froh als die Mutter an der Kasse aufkreuzte:&lt;br /&gt;
Jürgen ich bin in einer halben Stunde da, solange musst du den Kunden noch aufhalten.&lt;br /&gt;
Babygläschen purzelten aufs Band vor Emma, die jetzt besonders schnell tippte, um nicht nur Jürgen einen Gefallen zu tun.&lt;br /&gt;
Das macht acht Euro fünfundzwanzig sagte Emma leise um das wichtige Telefonat nicht zu stören.&lt;br /&gt;
Die junge Frau gab ihr einen Zehner und deutete mit der Hand, dass sie den Rest behalten soll. Sie nickte Emma noch freundlich zu und griff die Tüte, die Emma schon gepackt hatte und war mit dem nächsten Windstoß draußen.&lt;br /&gt;
Otto und der Kleine schauten verdutzt zu Emma, die hinter der Kasse aufsprang und die Erlösung zwischen den Schulterblättern ignorierte als sie der Frau hinterher lief.&lt;br /&gt;
Hallo! Ihr K.&lt;br /&gt;
Können sie behalten, der Rest ist für sie.&lt;br /&gt;
..Kind murmelte Emma ins Leere, während die Kundin vom Parkplatz fuhr.&lt;br /&gt;
Der Rest ist für sie? Was sollte Emma mit einem Kind anfangen?&lt;br /&gt;
Oh, verdammt das Kind, schoss es ihr in den Kopf und sie eilte zurück in den Laden. Keuchend bedanke sich Emma bei Otto fürs Aufpassen und nahm den Kleinen Menschen hoch und stellte das Plastikei auf dem Band ab. &lt;br /&gt;
Keinen einzigen Mucks hatte das Kleine von sich gegeben und mit großen Augen starrte es nun Emma an.&lt;br /&gt;
Kindchen, du bist viel zu brav. Weißt du wenn man immer laut schreit und quäkt, kann einen die Mami gar nicht vergessen.&lt;br /&gt;
Das hätte Emma nicht sagen sollen. Jetzt fing der Zwerg nämlich jämmerlich zu Schreien an. Verzweifelt blickte Emma zu Otto, als könne er das Kind beruhigen. Schließlich kannten sich die Beiden länger.&lt;br /&gt;
Während Emma das kleine Menschlein durch leises Dutzi-Dutzi und Schaukeln beruhigen konnte, beobachtete Otto den Parkplatz.&lt;br /&gt;
Mit quietschenden Reifen eilte Jürgens Kollegin zurück. &lt;br /&gt;
Oh mein Gott, ich hab es erst an der Kreuzung da vorne gemerkt.&lt;br /&gt;
Ich hab ihnen doch noch nach gerufen.&lt;br /&gt;
Und ich glaubte sie meinten das Geld, oh je, sie denken jetzt sicher ich wäre eine schreckliche Rabenmutter.&lt;br /&gt;
Es ist ja noch mal gut gegangen, dem Kleinen ist nichts passiert. Otto hat gut aufgepasst.&lt;br /&gt;
Otto?&lt;br /&gt;
Ja Otto. Otto Blech. Gelernter Kinderpfleger. Er arbeitet seit Jahren bei uns, als Schirmständer.&lt;br /&gt;
Da klingelte das Handy der Kundin.&lt;br /&gt;
Gehen sie ruhig ran, das ist sicher Jürgen, aber nehmen sie ihr Kind mit. Otto und ich haben nie ein Kind gewollt.&lt;br /&gt;
Emma hielt Jürgens Kollegin die Tür auf und beobachtete wie sie diesmal mit Kind das Auto vom Parkplatz lenkte.&lt;br /&gt;
Ach Otto, auf dich ist halt Verlass.&lt;br /&gt;
Emma tätschelte ihn und fischte ihm liebevoll eine Bananenschale aus dem Schlund als sie sich über ihre plötzliche Bewegungsfreiheit wunderte.&lt;br /&gt;
Die Naht, des viel zu engen Kittels der Kollegin, war geplatzt.&lt;br /&gt;
Weißt du Otto, irgendwie ist es nicht fair, dass du keinen Kittel tragen musst. Aber ein Namensschild, mein Lieber, das bekommst du von mir.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Vorgesetzte+%26+Kollegen&quot;&gt;Vorgesetzte &amp; Kollegen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-30T11:26:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1880119/">
    <title>Nachtschattengewächse</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1880119/</link>
    <description>In regelmäßigen Abständen bekommt &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;einen neuen Schliff verpasst. Dann wird ihr mal wieder der Kopf in die richtige Richtung gedreht und sechs lange Stunden eingetrichtert, worum es in diesem Spiel eigentlich geht: U m s a t z !&lt;br /&gt;
Um eine bestimmte Tomatensorte zu verkaufen braucht es kein großartiges Talent. Solange der Paradeiser rot und wohlgeformt in der Auslage liegt, verkauft sich das Teil von alleine. Hier ist eher &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emmas &lt;/a&gt;Mutterinstinkt gefragt, der das edle Nachtschattengewächs vor Quetschattacken und Pulorgien beschützt.&lt;br /&gt;
Völlig anders ist das mit der Kosmetik. Hier schlummert einer der umsatzstärksten Marktsegmente in edlen Tiegeln und Tuben im Regal. &lt;br /&gt;
Damit dieses Regal-Dornröschen aus seinem Schlaf erwacht, gibt es regelmäßig eins auf die Zwergenmütze und Emma wird zum viertausendsten Mal daran erinnert, dass eine in Falten gelegte Frau jenseits der vierzig, eine Dame mit anspruchsvoller Haut ist. &lt;br /&gt;
Es gibt gar keine Falten, nein, es gibt höchstens niedliche Mimikfältchen aus den Tagen in denen noch heftig gelacht wurde. &lt;br /&gt;
Genauso wenig gibt es die legendäre Reife Haut. Ein absolutes Unwort, das mit Rollenspielen bis zum Erbrechen abgestraft wird.&lt;br /&gt;
Die nach tausend Blüten duftende Referendarin ist durch ebenso viele Solariumsstunden gezeichnet und war im frühren Leben Kosmetikerin. Von der Weite betrachtet, könnte man die Frau um ihr Aussehen wirklich beneiden. Mit der ersten Tube Nachtcreme, die sie persönlich durch den Saal reicht, erkennt man jedoch deutlich, dass die Dame mit der anspruchsvollen Haut eine Liebhaberin von Komödien sein muss und ihr Gatte den Guinnessrekord im Witzeerzählen innehält.&lt;br /&gt;
Emma ist immer wieder fasziniert, wie deutlich man eine zwanzigprozentige Reduzierung einer Hautvertiefung, die durch Mister Bean verursacht wurde, unter dem Elektronenmikroskop erkennen kann. Der Beamer zeigt im Sekundentakt revolutionäre Bilder von Hautrötungen, Cuperosebäckchen und Ilse Werner Schluchten. Letzteres sind die klitzekleinen Vertiefungen am Lippenrand, die von all zu vielem Pfeifen kommen.&lt;br /&gt;
Emma ist begeistert von den Vorher-Nachher  Aufnahmen, die nur durch Kleinigkeiten den Gedanken an ein Bildbearbeitungsprogramm aufkommen lassen.&lt;br /&gt;
Mittlerweile hat Emma richtige Speckpratzen und langsam gibt es nette kleine Würstchen zwischen den Händen, wenn sie das nächste Tübchen zur Probe quetscht, um Konsistenz und Duft zu überprüfen.&lt;br /&gt;
Den zweiten Teil dieser Produktschulung verbringt Emma dann damit, die Würstchen auf dem karierten Block aufzureihen und den verschiedenen Hautbildern zu zuordnen. Vergeblich wartet sie auf die wahren, revolutionären Neuigkeiten im Kampf gegen das Altern. Wobei man ja das Wort Altern ja auch nicht mehr sagen darf, selbst Anti-Aging ist passe. Heute spricht man von Pro-Aging oder Wellness-Kur zur Erhaltung der dermatologischen Elastizität.&lt;br /&gt;
Doch auch junge Haut braucht Pflege und hat ihre Probleme. Allerdings darf man nie von einer Problemhaut sprechen. &lt;br /&gt;
Steht eine jugendliche Kundin mit einem unübersehbaren Pickel am Kinn vor einem, konzentriert man den Blick auf ihre Nasenspitze. So verhindert man Gefahr zu laufen, auf das jeden Moment auszubrechen drohende Vulkanekzem, zu starren.&lt;br /&gt;
Geschickt erklärt man dann ganz nebenbei, dass diese Emulsion auch bei eventuellen, umweltbedingten Hautirritationen, hilft. Schließlich hat kein Mensch unreine Haut und Pickel bekommt man im Baumarkt.&lt;br /&gt;
Bei jeder Beratung ist es das Schwierigste, dem Kunden klar zu machen, wie wichtig die Reinigung der Haut ist. Verkaufszahlen zeigen eindeutig, dass weitaus mehr Sälbchen und Cremes verkauft werden als Reinigungsprodukte. Immer noch hält sich die Meinung, es genüge das Gesicht mit normaler Seife oder gar nur mit Wasser zu reinigen.&lt;br /&gt;
Selbst ein gewöhnlicher Seidenschlüpfer bekommt ein geeignetes Waschmittel, jeder PKW-Besitzer achtet darauf in welcher Waschanlage sein Wagen schonend gereinigt wird. Doch für sein Gesicht tut es dann Kernseife.&lt;br /&gt;
Emma weiß, dass man Kosmetik nur gut verkaufen kann, wenn man selbst ein strahlendes Hautbild vorweisen kann. Bei ihrem Monatslohn reicht es allerdings auch oft nur für das hübsche Tiegelchen vom Discounter, welches ihre Mimikvertiefungen zwar auffüllt, aber keine lang anhaltende Wirkung zeigt. Dafür sieht es im Badezimmer richtig gut aus.&lt;br /&gt;
Während sie ihre Würstchen auf dem karierten Papier sortiert und die dritte Runde Schiffeversenken gegen sich selbst verloren hat, sehnt sie das Ende der Veranstaltung herbei, um das obligatorische Dankeschön entgegenzunehmen. &lt;br /&gt;
Die Referendarin ermahnt noch einmal, welch Wundermittel ihre Firma geschaffen hat und bedankt sich mit einer kleinen, edlen Papiertüte für die Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
Emma ist natürlich neugierig. &lt;br /&gt;
Hoffentlich etwas passendes für meinen Hauttyp, Nachtcreme könnte ich brauchen, denkt sie noch, während sie schon in der Tüte wühlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich dachte ich tu ihnen mal was richtig Gutes meine Damen. Und da wir alle Füße haben, hab ich ihnen die neue Fußcreme mit Latschenkiefer eingepackt. Genießen sie dieses wundervolle Produkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Also wird Emma auch in Zukunft ihre Ilse Werner Schluchten stolz durch den Laden tragen und darauf achten, dass keiner den Paradeisern zu Leibe rückt.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Fortbildung&quot;&gt;Fortbildung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-26T18:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1870464/">
    <title>Von Körbchengrößen und alten Schachteln</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1870464/</link>
    <description>Zeige mir was du einkaufst und ich sage dir was du isst.&lt;br /&gt;
Dies wäre mit Sicherheit keine große Kunst und scheidet als unterhaltsames Orakel logischer Weise völlig aus.&lt;br /&gt;
Zeige mir wie du einkaufst und ich sage dir wer du bist  ist dagegen eine nähere Beobachtung durchaus wert.&lt;br /&gt;
Wenn die Frau von Welt tatsächlich die Besorgungen selbst machen muss, weil die Perle des Hauses gerade auf Malloze residiert, wird sie sich selbstsicher den Einkaufswagen aus der Reihe lösen, der ihrer Meinung nach am besten aussieht.&lt;br /&gt;
Meist war die Dame vorher schon genüsslich shoppen und deponiert erstmal sorgsam ihre Schätze im Wagen. Die edelste aller Tüten ist meist aus Papier und mit schlichtem Design aber großen Buchstaben versehen. Ihre Abmessungen sind außer der Norm, schließlich will man sich von der Masse abheben und eine edle Kordel dient als schmucker Tragegriff.&lt;br /&gt;
Einfach eine ideale Möglichkeit, sein Supermarktgefährt als A-Klasse zu kennzeichnen.&lt;br /&gt;
Sollten sie sich also jemals gefragt haben, wozu der große Plastikhaken am vorderen Ende des Gitterwagens ist, haben sie jetzt die Antwort:&lt;br /&gt;
Hier, und nur hier wird die edelste aller Tüten platziert. Natürlich ist dabei darauf zu achten, dass die Aufschrift, weder verdeckt noch durch einen Knick verunstaltet, gut leserlich ist.&lt;br /&gt;
Das der Inhalt lediglich aus leer genuckelten Milchflaschen besteht, spielt hierbei keine Rolle und kann, wenn nötig, durch das Abdecken mit einer blütenweißen Stofftasche, vorteilhaft kaschiert werden.&lt;br /&gt;
Achtet man während des ganzen Einkaufes darauf, dass der Wagen immer gut platziert steht, sind einem die bewundernden Blicke des Pöbels sicher.&lt;br /&gt;
Anders ist das natürlich bei den Herren:&lt;br /&gt;
Um sich als attraktiver, paarungswilliger Zeitgenosse zu präsentieren, verzichten Männer grundsätzlich darauf einen Einkaufswagen zu nehmen. Das gekonnte Schieben eines solchen Gefährtes könnte ungewollt darauf hinweisen, dass es sich hier um einen Mann handelt, der diese Routine beim Fortbewegen eines Kinderwagens, erwarb.&lt;br /&gt;
Das Benutzen eines Einkaufskorbes scheidet in den meisten Fällen von vorne herein aus, um nicht in den Verdacht zu geraten, er hätte eine homosexuelle Neigung. &lt;br /&gt;
Die Ausnahme sind Männer, deren Mütter darauf geachtet haben, dass der Junge ein Geschick entwickelt, um mehrere Teile sicher an die Kasse zu bringen. Diese Spezies wird jedoch stets darauf achten, den Bügel des Körbchens niemals in der Armbeuge einzuhängen. Im Kampf zwischen Muttis Worte und des maskulinen Instinktes, wird er den Korb immer am äußeren Rand halten, als handle es sich um einen Kasten Bier.&lt;br /&gt;
Zudem wird er es vermeiden das lächerliche Körbchen länger zu tragen als nötig. Er deponiert es geschickt im jeweiligen Sonderangebots-Aufbau, am Anfang eines Ganges, um es dort nach und nach zu füllen und an einer anderen zentralen Stelle zu platzieren.&lt;br /&gt;
Die wirklich harten Typen allerdings, nutzen die Tatsache, dass sie über klodeckelgroße Hände verfügen und demonstrieren beeindruckend, wie man mehrere Kilo Lebensmittel auf dem Handteller balanciert. Das ungeschickte Ablegen an der Kasse wird mit lautem Husten und Hosenhochziehen, geschickt vertuscht.&lt;br /&gt;
Am beliebtesten ist jedoch die Paketdienstnummer bei Männern.&lt;br /&gt;
Gleich am ersten Regal wird mit einer lässigen Handbewegung uninteressante Ware aus einem Karton geschleudert. Sehr begehrt sind Holzkisten aus der Gemüseabteilung, da somit das Material auf die handwerklichen Fähigkeiten nach dem Einkauf, unaufdringlich unterstrichen werden. Sicherlich hat sich schon manche Frau dabei ertappt, wie sie beim Anblick eines solchen Mannes, an die von Schweiß glänzenden Muskelpakete beim Bau eines Vogelhauses, dachte.&lt;br /&gt;
Grundsätzlich gilt, dass die Größe des Kartons bzw. der Holzkiste, um ein Vielfaches größer sein muss, als das tatsächliche Warenvolumen.&lt;br /&gt;
Männer, die sich nur die abgeschnittenen Pappen von Getränkepaletten nehmen, sind meist Langzeitstudenten, die mindestens einen Workshop im Jonglieren besucht haben.&lt;br /&gt;
Herren die Stoffbeutel benutzen, sind Emma bis heute ein Rätsel. Meist versteckt sich der gebügelte, nach Weichspüler duftende Helfer, sorgsam zusammengefaltet in der Jackentasche und erblickt das Licht der Welt erst an der Kasse.&lt;br /&gt;
Ob es sich hier um Gerichtsvollzieher oder Finanzbeamte handelt, die ihre Identität bis zum Schluss verschleiern, entzieht sich Emmas Kenntnis noch. Allerdings steht die Tatsache, dass diese Herren meist einen Seitenscheitel tragen, in engem Zusammenhang mit ihrer Transportwahl. Auch der Hinweis, dass die Geldbörsen dieser Männer, grundsätzlich schwarz sind und das Maß einer Scheckkarte kaum überschreiten, lässt vermuten, dass es sich hier um eine ganz eigene Zunft handeln muss.&lt;br /&gt;
Doch bis zu ihrer Rente wird &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;wohl auch dieses Geheimnis gelüftet haben.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Einkaufswagen&quot;&gt;Einkaufswagen&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-24T20:19:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1867617/">
    <title>Allergische Reaktionen</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1867617/</link>
    <description>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;so geht das nicht.&lt;br /&gt;
Aber Herr Brettschneider, sie hätten die Dinger mal sehen und vor allem mal riechen sollen.&lt;br /&gt;
Jetzt haben sie sich nicht mal so Emma. Es geht nicht darum ob ein Umtausch gerechtfertigt ist oder nicht, die Kundin hat ihre Gründe und ist über ihr Verhalten empört. Also werden sie die Ware umtauschen.&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht worüber die Frau sich aufregt, ich hab ihr lediglich gesagt, dass es eine Zumutung ist die Dinger hier auf dem Ladentisch zu haben und ich den wohl desinfizieren muss. Und das muss ich Herr Brettschneider, sie können sich nicht vorstellen.&lt;br /&gt;
&lt;a &gt;Emma&lt;/a&gt;, die Kundin hat sich telefonisch hier über sie beschwert und ich habe ihr die Rücknahmen der Ware zugesichert.&lt;br /&gt;
Außerdem war &lt;i&gt;sie&lt;/i&gt; unverschämt und nicht ich. Sie hat hier lauthals behauptet wir würden die Leute betrügen.&lt;br /&gt;
 Und was war das mit Gene Kelly? Emma ich schätze sie und glaube ihnen, dass die Situation mehr als unangenehm ist, aber es bringt nichts hier stur zu bleiben. Nehmen sie die Aktion der Kundin nicht persönlich und tauschen sie um. Sie wird wohl gleich bei ihnen sein. Dann erwarte ich ihre Professionalität. Sie tauschen die Ware um und geben der Kundin einen Gutschein als Entschädigung mit.&lt;br /&gt;
Aber Herr Bretts&lt;br /&gt;
Und vergessen sie nicht, sich zu entschuldigen!&lt;br /&gt;
Gut, wenn sie meinen. Auf Wiederhören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;schmetterte den Hörer auf die Gabel, dass der gleich wieder herunter hüpfte, um jämmerlich gequält zu tuten. Sie kochte vor Wut und bei dem Gedanken, dass diese unverschämte Person heute noch mal im Laden erscheinen wird, trieb ihr die Zornesröte ins Gesicht. Die Geschäftsleitung fiel ihr wieder einmal in den Rücken und Emma musste die zu erwartende Triumphmine der Ekeltante, professionell an ihrem Gesäß vorbei jonglieren.&lt;br /&gt;
Die Umtauschrate steigt immer gegen Monatsende an. Da wird das Geld knapp und die Leute verwechseln Einzelhandelsgeschäfte mit der Pfandleihe. Nach Weihnachten werden grundsätzlich unbeliebte Geschenke in Bares umgesetzt und wenn es draußen wärmer wird braucht so mancher das dicke Paar Wollsocken nicht mehr.&lt;br /&gt;
Wollsocken! Ja sie lesen richtig. Dabei handelte es sich dieses Mal aber nicht um einen ungetragenen farblichen Fehlgriff, der einem erst drei Monate später bewusst wird, nein, sondern um einem intensiven Alltagstest unterzogenenem Paar Alpaka  Strümpfe.&lt;br /&gt;
Gut, vielleicht bemerkt man ja erst nach Wochen, dass man das Material nicht verträgt oder die dicken flauschigen Teile nicht in einen Pumps passen, doch dann erscheint es doch als völlig normal, dass man solche Teile unverzüglich in den Laden zurückträgt.&lt;br /&gt;
Anders jedoch diese Kundin:&lt;br /&gt;
Schnaubend betrat sie Emmas Fundgrube, um sich vor ihr als verdeckte Ermittlerin der Woll-Qualitäten-Mafia, zu outen. Es bahnte sich regelrecht ein Wirtschaftsskandal an, dem das Aufdecken krimineller Labelfälschung folgte.&lt;br /&gt;
Diese Socken bestehen aus allem nur nicht aus Alpakawolle!&lt;br /&gt;
Eröffnete die Strumpfträgerin das Spektakel, indem sie eine völlig zerknautschte Tüte auf den Tresen schleuderte.&lt;br /&gt;
Diese bedrohlich wirkende Art der Körpersprache, ließ Emma sofort einen Schritt zurück weichen.&lt;br /&gt;
Was bringt sie denn zu dieser Überzeugung? erkundigte sich Emma vorsichtig, weil sie nicht wusste, ob sich in der anderen Hand der Kundin, eventuell eine Keule befindet.&lt;br /&gt;
Ganz einfach: Weil ich Alpaka sehr gut vertrage und dieses anscheinend minderwertige Material überhaupt nicht.&lt;br /&gt;
Sie griff beherzt in die schmuddelige Tüte und gab den Blick auf ein grauenvolles Unheil frei.&lt;br /&gt;
Nun werden sie vermuten, dass die Kundin ein Paar bunt gekringelter Fußsäckchen auf den Ladentisch legte, aber nein:&lt;br /&gt;
Sie stellte. &lt;br /&gt;
Ja, sie stellte einen genau definierbaren Linken und einen deutlich ausgeprägten Rechten auf die Theke.&lt;br /&gt;
Emma hatte mal ein Seminar für Fußpflege besucht und konnte sofort erkennen, dass die Kundin links durch einen Spreiz-Knick-Fuß und rechts durch einen Senkfuß, gepeinigt war.&lt;br /&gt;
Die Exemplare des Grauens standen leicht x-beinig vor Emma, wobei die Zehenpartie leicht nach oben deutete.&lt;br /&gt;
Es blieb nun Emmas Phantasie überlassen, wie lange es wohl dauern mag, um aus feinster Wolle solch perfekte orthopädische Exponate, zu schaffen.&lt;br /&gt;
Wie gesagt, vertrage ich Alpakawolle ausgezeichnet, aber von diesem Material bekomme ich eine Allergie. Meine Füße jucken schrecklich und sind wirklich schlimm gerötet. Ich bin mir absolut sicher, dass hier nicht nur drin ist, was auf dem Etikett steht, sondern dass es sich um ein Mischgewebe handeln muss. Das ist Betrug! Sie gaukeln hier den Kunden Sachen vor, die so nicht sind. Was glauben sie was das für einen Allergiker bedeutet, wenn er eh schon nicht alles tragen kann? Ich möchte sofort mein Geld zurück!&lt;br /&gt;
Emma hatte schon viel gesehen: bis zum Stummel abgebrannte Kerzen, von denen der Kunde behauptete, sie brennen nicht, Teekannen mit intensivem Kalkrand und den schönsten Ornamenten aus Rotbuschtee, die garantiert noch nie benutzt wurden und dreiviertel leer gefutterte Bananenchipstüten, die total widerlich und ranzig schmeckten.&lt;br /&gt;
Doch dieser Anblick war Emma nun wirklich zuviel.&lt;br /&gt;
Die Socken sind aber schon getragen, die kann ich ihnen nicht umtauschen, erwiderte Emma, ohne den Blick von den vor ihr stehenden Allergieauslösern zu nehmen. &lt;br /&gt;
Natürlich sind die getragen, sonst wüsste ich ja nicht, dass hier was reingemischt wurde.&lt;br /&gt;
Ich meine, die sind schon länger getragen, entgegnete Emma und ließ das Paar nicht aus den Augen, weil sie vermutete, die Dinger könnten jeden Moment davon laufen.&lt;br /&gt;
Sicher! So etwas merkt man nicht nach zwei-drei Tagen, ist doch logisch.&lt;br /&gt;
Entschuldigung, aber ich bin mir sicher, dass es nicht am Material liegt. Das ist... das war sicherlich hundert Prozent Alpaka.&lt;br /&gt;
Das ist unverschämt. Sie zweifeln daran, dass ich die Wahrheit sage? Sie beschuldigen mich auch noch eine Schlampe zu sein?&lt;br /&gt;
Nein, nein. Emma wurden die zwei fast zum Leben erweckten Strümpfe auf der Theke zunehmend unheimlicher, da mittlerweile ein dezenter Duft aufstieg. Wenn die Teile schon zu Atmen beginnen, ist ihr erster Schritt nicht weit, dachte Emma und appellierte:&lt;br /&gt;
Bitte nehmen sie die Socken hier weg, bevor die hier I´m singing in the rain steppen!&lt;br /&gt;
Ich kann die Ware in diesem Zustand nicht umtauschen, das müssen sie doch verstehen.&lt;br /&gt;
Das ist eine bodenlose Unverschämtheit. Ich werde mich über sie beschweren.&lt;br /&gt;
Die Plattfüßlerin verstaute, die zu Hüttenschuhen mutierten, Teile vorsichtig im Plastiksack, weil sie wohl selbst befürchtete, dass sie einfach in der Mitte zerbrechen könnten und verließ schimpfend den Laden.&lt;br /&gt;
Etwa zwanzig Minuten später folgte dann Brettschneiders Anruf aus der Zentrale.&lt;br /&gt;
Nach der unnötigen Debatte dauerte es nicht lange, bis die Kundin wieder den Laden betrat.&lt;br /&gt;
Hat sie ihr Chef schon informiert? Schnippte sie.&lt;br /&gt;
Emma nickte nur und gab der Zweibeinerin das Geld und den Gutschein. Die von Brettschneider geforderte Entschuldigung, blieb allerdings in Emmas Kehle verschlossen.&lt;br /&gt;
Als die Frau in die Schrumpeltüte fassen wollte, wehrte Emma sofort ab:&lt;br /&gt;
Bitte nicht rausnehmen. Das ist schon gut so. Wenn sie die Tüte vielleicht gleich hier rein tun möchten?&lt;br /&gt;
Emma hielt der Kundin einen leeren Pappkarton hin, auf dem mit rotem Textmarker stand:
&lt;center&gt;&lt;b&gt;Retoure. &lt;br /&gt;
Zu Händen Herrn Brettschneider. &lt;br /&gt;
Gruß Gene Kelly.&lt;/b&gt;&lt;/center&gt;</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Retouren&quot;&gt;Retouren&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-24T10:36:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1851657/">
    <title>Kasperl muss einkaufen</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1851657/</link>
    <description>Eine Ehefrau jenseits der vierzig mit Verdauungsproblemen ist wohl das schlimmste was einen braven Mann heimsuchen kann. Zu dieser unumstößlichen Meinung kam Emma als ein etwas zu kurz geratener Mann mit schütterem Haar in den Laden eilte. Er hielt einen Zettel in der Hand und machte irgendwie den Eindruck, als wäre er an einer Schnitzeljagd beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen Mann mittleren Alters, der mit handschriftlicher Notiz verloren hin und her hetzt, würde Emma auf der Straße fragen, ob er sich verlaufen hat und sie ihm behilflich sein kann, sein Ziel zu erreichen.&lt;br /&gt;
Spielt sich jedoch eine solche Szenerie in Emmas Laden ab, würde sie am liebsten Mittagspause machen oder eine Ohnmacht simulieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Tag, war sie schon in der Pause und ihr körperliches Wohlbefinden, aufgrund der hinter ihr liegenden 7-Tage-Körner-Kur, hatte sie auch schon vor allen Kolleginnen gelobt. Also blieb ihr nichts anderes übrig als sich der schwierigen Lage zu stellen.&lt;br /&gt;
Als hilfsbereite Schülerlotsin getarnt, bot sie dem Herren ihre Hilfe an, in der Hoffnung, er suche nur den Ausgang.&lt;br /&gt;
Ich suche das hier, hielt er Emma den Zettel hin. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist im Übrigen sehr auffallend dass Leute, die für jemanden etwas besorgen müssen, grundsätzlich zum Analphabeten werden. Oft drücken sie Emma nur ein Stück Papier in die Hand, welches zwischen vielen anderen Kritzeleien versteckt, das Gewünschte wie ein Geheimnis hütet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Emma konnte das Rätsel auf der Karte des Landentdeckers schnell lösen.&lt;br /&gt;
V l o r a d i g s   A n t i s c h o g e  stand in der Normschrift der Bauzeichnerzunft da.&lt;br /&gt;
Ah Floradix Artischocke, suchen sie.&lt;br /&gt;
Ja, wenn´s da so steht knurrte Kolumbus.&lt;br /&gt;
Das haben wir drüben in der Reformhausabteilung, kommen sie bitte mit.&lt;br /&gt;
Er folgte Emma widerwillig und hatte etwas Mühe, mit seinen kurzen Beinen zu folgen. &lt;br /&gt;
So, da haben wir Floradix Saft und hier haben wir denselben Wirkstoff als Dragee.&lt;br /&gt;
Der kleine Kolumbus starrte Emma hilflos an.&lt;br /&gt;
Möchten sie die Dragees oder lieber den Saft? erkundigte sie sich, um den Herrn aus der Ohnmacht zu befreien, die diese unglaubliche Auswahl herbeiführte.&lt;br /&gt;
Was weiß ich? Das eben was da drauf steht. Murrte er und deutete mit dem Kopf auf den Zettel in Emmas Hand.&lt;br /&gt;
Ja, da steht eben nur Floradix Artischocke, nichts weiter.&lt;br /&gt;
Was möchten sie den lieber? Was ist ihnen angenehmer um es einzunehmen? Saft oder eher ein kleines Dragee?&lt;br /&gt;
Das ist mir doch egal.&lt;br /&gt;
Gut, dann empfehle ich ihnen die Dragees, die sind auch praktischer für Unterwegs.&lt;br /&gt;
Sein Gesicht verdunkelte sich zunehmend und es schien ihm alles schon viel zu lange zu gehen. Nervös tappte die Schuhgröße 37 hin und her und fixierte mit finsterer Mine den Ausgang. &lt;br /&gt;
Fluchtverhalten, dachte Emma. Jetzt muss alles schnell gehen sonst droht die Hyperventilierung.&lt;br /&gt;
Die kleine Packung oder den Vorteilspack mit hundert Stück?&lt;br /&gt;
Verdammt noch mal, wenn ich das alles wüsste, würde ich nicht hier stehen und müsste sie darum bitten. Meine Frau kauft das sonst immer. Woher soll ich das den wissen?&lt;br /&gt;
Da war dem Herrn der Kragen eher geplatzt als es Emma vermutete.&lt;br /&gt;
Tut mir leid, aber ich kenne ihre Frau nicht und weiß genauso wenig wie sie, was sie sonst immer nimmt. Versuchte Emma den Kunden, der eindeutig von seiner Frau gepiesackt wurde weil ihr ein Pups quer lag, zu besänftigen, um endlich zum Ende zu kommen.&lt;br /&gt;
Sie hätte es jetzt auf die Spitze treiben und die Sprache wieder auf den Saft bringen können, weil seine Frau möglicherweise immer die liquide Variante nimmt, aber weil Emma weiß, dass Männer niemals so eine gravierende Sache alleine entscheiden und lieber noch mal nachhause fahren um die Gattin zu fragen, gab Emma ihm eine kleine Packung Dragees.&lt;br /&gt;
Jetzt nehmen sie einfach mal die hier mit, und wenn es das Falsche ist, tausche ich ihnen das gerne um.&lt;br /&gt;
Wie in den meisten solcher Fälle, in denen es um gekörnte Brühe oder um geschroteten Pfeffer ging, kam ein paar Tage später Frau Gattin persönlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ach Frau Emma, kann ich das umtauschen. Mein Mann hat das hier mitgebracht obwohl ich  ihm extra noch gesagt habe, er solle den Saft bringen.&lt;br /&gt;
Aber sicher. Ja, auf dem Zettel stand nur der Name und er wusste nicht was sie sonst immer nehmen.&lt;br /&gt;
Ach der! Wie groß muss denn die Flasche noch sein, die immer in der Küche steht, ich hab doch noch nie die Dragees genommen, das weiß der doch ganz genau. Der wollte mich nur ärgern. Dem hat es doch schon nicht gepasst, dass ich ihn geschickt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Männer haben einfach schrecklichen Respekt vor ihren Frauen und so manch einer verließ den Laden ohne eine Entscheidung zu treffen, nur um nicht mit der falschen Zahnpasta heim zukommen oder eigenverantwortlich die große Tüte Haferflocken zu nehmen. &lt;br /&gt;
Was geht in diesen Ehen vor sich? Werden Männer so sehr unterdrückt, dass sie sich nur mit Notizzetteln, die alle Angaben über Form und Größe einer Packung Trockenfrüchte enthalten, selbstsicher in einem Geschäft bewegen können?&lt;br /&gt;
Emma wird ihre Idee, zur Gründung einer Selbsthilfegruppe für unterdrückte Männerkundschaft, auf jeden Fall im Auge behalten. Ein wichtiger Schritt für gepeinigte Männer, die aus Frustration zu Narren mutieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Themen und Hilfestellungen gibt es genug:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Workshop  wie werde ich ein selbständiger männlicher Kunde&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie reagiere ich, wenn ich wieder einmal das falsche Gurkenglas erwische?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich nicht weiß wie groß Salatkartoffeln sein müssen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie helfe ich mir selbst, wenn mir nicht mehr einfällt welche Haarfarbe meine Frau hat?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann sollte ich den Laden verlassen und im Auto eine Runde heulen, wenn ich nicht mehr weiß ob der Käse gerieben oder am Stück sein soll?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie bringe ich meine Frau dazu, mir genügend Geld mitzugeben, um auch das Alternativprodukt zu kaufen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anmeldungen können von ihrer Gattin an der Kasse gemacht werden.</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Kundenberatung&quot;&gt;Kundenberatung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-20T14:59:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1850593/">
    <title>Un Hamse</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1850593/</link>
    <description>Ham ´se Schnellhefter, so welche aus Kunststoff ?&lt;br /&gt;
Tut mir leid, so was haben wir nicht.&lt;br /&gt;
Un´ so aus Pappe? So in blau am Besten.?&lt;br /&gt;
Nein leider, wir führen keine Schreibwaren.&lt;br /&gt;
Un` in grün oder besser grau?&lt;br /&gt;
Wenn sie die Straße hoch gehen bis zur Post, da ist ein Schreibwarenladen.&lt;br /&gt;
Sie wissen aber schon was ich meine?&lt;br /&gt;
Ja, ich versteh schon aber wir haben nur Lebensmittel, Reformwaren und Kosmetik.&lt;br /&gt;
So Mappen, wo man Bewerbungen rein tun kann ?&lt;br /&gt;
Die kenn ich schon, aber wir führen keine Schreibwaren.&lt;br /&gt;
Das ist schlecht, ich brauch die dringend.&lt;br /&gt;
Wie gesagt, da oben beim Holzwurm. Der hat das bestimmt.&lt;br /&gt;
Hmmm ham´se wenigstens Filzstifte?&lt;br /&gt;
Schwarze?&lt;br /&gt;
Ja in schwarz, genau.&lt;br /&gt;
Nein die ham`wir auch nicht.&lt;br /&gt;
 Un` in gr&lt;br /&gt;
Nein auch nicht in grün, blau oder rot, weder mit feiner Mine, noch wasserfest und Kugelschreiber haben wir übrigens auch nicht.&lt;br /&gt;
Ach du liebe Zeit, was sind sie aber unhöflich. War doch nur ne Fragetz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Un? Hamse ´ne Antwort bekommen oder nich?</description>
    <dc:creator>Tante Emma rechnet ab</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Kundenberatung&quot;&gt;Kundenberatung&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
    <dc:date>2006-04-20T11:52:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1842201/">
    <title>Heinz</title>
    <link>http://tanteemmarechnetab.twoday.net/stories/1842201/</link>
    <description>Wenn Heinz den Laden betrat legte sich für die anwesenden Kunden regelmäßig eine dunkle Wolke aus Schnaps und Tabak, auf den spiegelnden Boden der Drogerie, in der &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;arbeitete. &lt;br /&gt;
Für sie jedoch, ging die Sonne auf.&lt;br /&gt;
Heinz schritt schlendernd durch den Laden und &lt;a href=&quot;http://tanteemmarechnetab.twoday.net/topics/Mitarbeiter-Profil/&quot;&gt;Emma &lt;/a&gt;war sich immer sicher, dass er bemerkte, wie alle bei seinem Anblick die Luft anhielten. Er war sicher zwanzig Jahre jünger als er aussah und er war zwanzigmal höflicher als alle Kunden, die Emma jemals hatte. Sein fettiges dünnes Haar klebte an seinem hageren Kopf, wenn er die Strickmütze abnahm. Das tat er immer, weil es für ihn eine Notwendigkeit war und seinen Respekt demonstrierte. Die schwarze Mütze mit Mottenlöchern stopfte er dann in den alten ranzigen Parka und griff den wöchentlichen Grund seines Besuches aus der Innentasche. &lt;br /&gt;
Der Drogerie waren eine Abteilung mit Zeitschriften und eine Lottoannahmestelle angeschlossen, und Heinz versuchte regelmäßig sein Glück. Nicht nur damit er sich endlich die lückenhafte Knabberleiste reparieren lassen könnte oder sich mal ein ordentliches Paar Schuhe leisten würde, wünschte Emma keinem mehr einen dicken Lottogewinn, als dem Heinz. &lt;br /&gt;
Seine Stimme knarrte wie eine rostige Gießkanne und er sprach stets laut und mit der galanten Art eines Gentlemans.&lt;br /&gt;
Einen wunderschönen guten Tag, schöne Frau.&lt;br /&gt;
Spätestens jetzt wurde jeder auf Heinz aufmerksam und alle schauten erwartungsvoll zu Emma. Sie wusste was sie dachten und als Heinz das erst mal so vor ihr stand erging es ihr ähnlich. Erst als ein vermuteter lauter Rülpser oder eine Jägermeister - Fontaine ausblieb, ließ die Anspannung langsam nach. Das von jedem erwartete Lallen oder zweideutige Stammeln blieb ebenfalls aus und so beschränkten sich die Blicke auf sein Äußeres.&lt;br /&gt;
Heinz war immer frisch rasiert und gekämmt. Seine furchige Lederhaut war von Wind und Wetter gegerbt und hätte auch nach einer Behandlung mit einer Wurzelbürste, nicht den Eindruck vermittelt, er wäre ein gepflegter Mann. Sein Kopf erschien viel zu klein und die wenigen dunklen Haare, die sorgfältig zur Seite gescheitelt waren, sahen aus, als hätte man ihm mit brauner Schuhcreme eine Frisur an den Kopf gepinselt.&lt;br /&gt;
Heinz hatte Ordnung in seinen Unterlagen, er spielte immer drei verschiedene Scheine und ließ die, der Vorwoche kontrollieren. Seine großen knochigen Hände sortierten schnell und geschickt seine Lottoscheine und legten Emma stets auf den Cent genau, das Geld hin. Scheine in eine Richtung mit dem Gesicht nach vorne und Münzen sauber nebeneinander.&lt;br /&gt;
Das gehört sich so, wenn man ein ordentlicher Mensch ist. Krächzte er, wenn Emma betonte wie gut es mit ihm zu arbeiten ist.&lt;br /&gt;
Ach Frau Emma, wenn ich gewinne, dann bekommen sie einen großen Teil davon ab. Ich möchte, dass sie in den Urlaub fahren, nein, eine Weltreise, jawohl ein Reise um die ganze Welt schenk ich ihnen.&lt;br /&gt;
Ach Heinz, sie wissen dann bestimmt besseres mit dem Geld anzufangen als mich um den Globus zu schicken.&lt;br /&gt;
Ich? Ach was, ich habe doch alles was ich brauche und solange ich gesund bin und hier und da mal einen Garten richten kann, bin ich zufrieden.&lt;br /&gt;
Oh, sie sind Landschaftsgärtner?&lt;br /&gt;
Ja, nein, also ich mach halt was so anfällt, Bäume schneiden und Beete umgraben, Pflanzen setzen. Letzte Woche hab ich für den Dengelmann eine Hecke gesetzt. Die Leute haben doch alle keine Zeit für diese Arbeit und ich verdien mir so ein paar Euro. Wunderschöne Gärten haben die Leute, prächtige Häuser aber ihnen fehlt die Muse, Frau Emma, die Muse sich darum zu kümmern. Ich mach das gerne und Regen oder Kälte stören mich nicht.&lt;br /&gt;
Das hört sich prima an Heinz, eine schöne Arbeit ist das.&lt;br /&gt;
Das ist es Emma, und das Beste ist: ich hab meine Ruhe dabei.&lt;br /&gt;
Schön, kann ich sonst noch was für sie tun?&lt;br /&gt;
Gnädige Frau, eine Frage hätte ich: letzte Woche hat es hier so wundervoll geduftet, sagen sie mir was das war, ich musste immer daran denken und hab mich geärgert, dass ich nicht gleich gefragt habe.&lt;br /&gt;
Emma überlegte und erinnerte sich an ein Körbchen, dass sie mit der edelsten Seife bestückte und das am Kassentisch stand.&lt;br /&gt;
Sie meinen sicher die Seife, Heinz.&lt;br /&gt;
Sie ging um das Körbchen zu holen:&lt;br /&gt;
Das ist original Bronnley Seife, die beliefern sogar das britische Königshaus.&lt;br /&gt;
Jaaaa, das ist der Duft. Da nehme ich doch gleich zwei Stück mit.&lt;br /&gt;
Ein wenig stutzte Emma, denn die meisten Kunden schreckten bei den zwölf Euro für ein Stück Seife zurück.&lt;br /&gt;
Soll ich ihnen das hübsch als Geschenk verpacken?&lt;br /&gt;
Nicht nötig Frau Emma, machen sie sich keine Mühe, ich hab sie schon viel zu lange aufgehalten. Ich schieb die hier in die Jackentasche.&lt;br /&gt;
Heinz bezahlte und ließ die zwei edlen Seifenstücke in die Parkatasche gleiten, nachdem er seine löchrige Strickmütze rausangelte und auf den Kopf stülpte, ohne vorher zu vergessen, den Scheitel noch mit der flachen Hand zu fixieren.&lt;br /&gt;
Emma ich danke und wünsche ihnen ein wundervolles Wochenende. Es hat mich sehr gefreut, sie bei bester Gesundheit zu sehen. Bis nächsten Freitag, schöne Frau.&lt;br /&gt;
Heinz ging aus dem Laden und wieder wusste Emma, dass er die Blicke der Menschen registrierte, doch vornehm und galant wie er nur konnte, ignorierte er selbst das reflexartige Zurückweichen einer Kundin, als er an ihr vorbei ging.&lt;br /&gt;
Heinz sah so aus, aber nie vernahm Emma nur den kleinsten Hauch von Schweiß oder Nikotin. Er roch nach frischer Luft und ab und zu nach einem Bierchen.&lt;br /&gt;
Von diesem Tag an aber, war Heinz nicht nur der freundlichste und liebenswürdigste Kunde in Emmas Drogerie, sondern der bestduftendste Mann weit und breit. Anscheinend wusch sich Heinz von Kopf bis Fuß mit dem edelsten Seifenstück, das Emma je verkauft hat.&lt;br /&gt;
Es war kein Geschenk, nein, er benutzte das traumhaft nach Passionsblumen duftende Waschstück, für sich selbst und wenn Emma mal im Lager war und Heinz verpasste, konnte sie an diesem Duft erkennen, dass er hier war.&lt;br /&gt;
Die Passionsblumen sah man Heinz nicht an, doch dieses Odure, auch wenn es sehr feminin war, passte zu keinem so gut wie zu ihm.&lt;br /&gt;
Es kam nicht nur einmal vor, dass ein Kunde, der eben noch Luft anhaltend in der Reihe stand, tief einatmete, um dann genießerisch zu bemerken:&lt;br /&gt;
Hier riecht es aber gut, total angenehm nach Blüten oder so.&lt;br /&gt;
Ja, richtig, Passionsblumen, sehr edel und elegant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eben wie Heinz.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 Tante Emma rechnet ab</dc:rights>
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